Dating, Sex und Freiheit – Gülsha Adilji im Gespräch

Shownotes

Im Rahmen der Reihe «Ein Gespräch über Liebe, Sex und Partnerschaft» sprechen die «NZZ am Sonntag»-Redaktorin Rafaela Roth und der Redaktor Sacha Batthyany mit Gülsha Adilji darüber, wie wir heute als Gesellschaft Beziehungen definieren und leben. Die Schweizer Moderatorin, Podcasterin und Meisterin des unverblümten Wortes berichtet offen, charmant und mit mehr als einer Prise Ironie über ihre eigenen Erfahrungen mit der Liebe und dem Dating. Dabei geht die 39-Jährige weit über persönliche Anekdoten hinaus und setzt sich mit der Frage auseinander, was die Liebe in einer Zeit bedeutet, die von Dating-Apps, endlosen Möglichkeiten und der ständigen Suche nach dem nächsten Kick geprägt ist. Wie finden wir einen Weg, Liebe und Freiheit miteinander zu vereinen? Und warum muss man sich als Frau immer noch rechtfertigen, keine Kinder zu wollen?

Aufnahme: 6. Oktober 2025

Gast: Gülsha Adilji, Moderatorin und Podcasterin

Hosts:

  • Sacha Batthyany, Redaktor «NZZ am Sonntag»
  • Rafaela Roth, Redaktorin «NZZ am Sonntag»

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Bild: © Mirjam Kluka

Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:26: N-Z-Live.

00:00:49: Wir freuen uns sehr, dass wir wieder in diesem Bühnenbild setzen dürfen, in unserem Wohnzimmer, dass heute vielleicht eher ein Schlafzimmer ist, weil es geht ja um die Liebe.

00:01:05: Zu Beginn ein paar Worte zu diesem Format.

00:01:09: Mein Kollege Sascha Bartiani und ich führen diese Gespräche jetzt schon seit über einem Jahr.

00:01:15: Sie werden dann im Magazin der NZZ am Sonntag publiziert.

00:01:18: Es geht immer um die Liebe.

00:01:20: Sie sind lange und ausgiebige Gespräche mit Leuten aus der Politik, Kultur, Gesellschaft.

00:01:27: Und es geht darum, dass diese Gespräche ein bisschen anders sein dürfen.

00:01:31: Es wird mal klug, mal weniger klug, mal direkt, mal intim.

00:01:34: Es darf durchaus gelacht werden.

00:01:37: oder geweint oder gepfiffen oder getanzt oder gesungen.

00:01:44: So wie in der Liebe.

00:01:46: Weil wir uns schon davor kannten, duzen wir uns heute Abend.

00:01:51: Und am Ende haben auch Sie Gelegenheit, noch Fragen zu stellen, die Fragen, die Sie immer schon an Gülshaar Dehlich richten wollten.

00:01:59: Genau.

00:01:59: So, einen schönen Abend auch von mir, bevor wir endlich, endlich beginnen, ein paar biografische Eckdaten zu dir.

00:02:09: Du wurdest in Nieder-Utswil geboren.

00:02:17: Mutter Albanerin, der Vater türkischer Abstauung.

00:02:20: Umgekehrt.

00:02:23: Umgekehrt.

00:02:24: Wikipedia.

00:02:25: Genau.

00:02:26: Du hast, bevor du Moderatorin wurdest, ein paar Studienrichtungen ausprobiert.

00:02:32: Abgebrochen.

00:02:33: Abgebrochen.

00:02:34: Ein Semester Filmwissenschaften.

00:02:37: Biotechnologie und dann fingest du mit der Moderation bei Joyce an.

00:02:44: Das stimmt.

00:02:45: Ja.

00:02:47: Gülscha hat im Schweizer Fernsehen eine Verkupplungsshow moderiert, ist Komedien, ist Kolumnistin, ist Videohost des Investigativteams Reflect und Teil des äußerst erfolgreichen Podcasts Ziva Dili Ring.

00:03:12: Und in drei Wochen werden Sie im ausverkauften Hallenstadion auftreten.

00:03:16: Und wir heute Abend sind ein bisschen so was wie die Vorband.

00:03:21: Und freuen uns eben ganz besonders, dass wir in diesem intimen Rahmen dir ein paar Fragen stellen dürfen.

00:03:33: So.

00:03:33: Okay.

00:03:35: Tschüss.

00:03:36: Tschüss.

00:03:38: Auf die Liebe.

00:03:39: Auf die Liebe.

00:03:42: Etwas muss man noch wissen.

00:03:43: Wir haben uns schon einmal zu dritt getroffen für ein Interview.

00:03:47: Und damals erzählte es du, dass du eine Datingpause einlegst.

00:03:51: Das war ungefähr vor mehr als einem Jahr.

00:03:57: Und dann aber war mir gehört und war zu lesen, dass das dann doch ... Wieder diese Pause.

00:04:05: Wo

00:04:05: habt ihr das gehört?

00:04:06: Wo habt ihr das gelesen?

00:04:09: Also, wir wollen einfach den Stand heute wissen.

00:04:11: Also, ich bin egal, was... Also, ich höre dich alles so hoch, Tütsch.

00:04:15: Es ist nicht wegen mir, es ist wegen Ihnen.

00:04:17: Ja, wirst

00:04:18: du schuld?

00:04:18: Sie verstöhn nicht so gut wie zu Tütsch.

00:04:20: Deshalb müssen wir aufdrehen.

00:04:23: Ich bin immer entweder sehr extrem single oder sehr extrem am Dayton oder dann sehr extrem, nein, ich möchte... gar niemanden und lösche die Apps und bin immer überzeugt davon, dass ich nie wieder Bumble, Hinge oder Tinder runterladen werde.

00:04:40: Schnitt zwei Wochen später habe ich wieder zwölf Franken bezahlt für eine Woche Hinge.

00:04:46: So, aktuell ist es so, dass ich mich entschieden habe, dass ich Single bleibe, für immer.

00:04:52: Okay.

00:04:53: I'm becoming a cat lady without the cats.

00:04:56: Ähm...

00:04:59: Ich bin aber... Also... Mein Status ist, ich bleibe offen.

00:05:05: Bleibe

00:05:05: offen.

00:05:06: Es ist kompliziert.

00:05:07: Wenn

00:05:07: zum Beispiel jetzt heute hier jemand sitzt, der so denkt, ah, Gülscha.

00:05:12: Ich passe hier rein, weil ich bin vierzig Jahre jung.

00:05:15: Ich bin eine Aneinanderreihung von Greenflex.

00:05:20: Ihr könnt in meine DMs leiden.

00:05:21: Ich bin immer noch offen, aber nicht proaktiver am Daten.

00:05:25: Bist du zum Beispiel noch Single?

00:05:27: Ich bin wieder Single.

00:05:40: Du wirst definitiv ein intelligenter Mann mit diesen blauen Augen, der weiß, wie man sich anzieht.

00:05:47: Erst mal ja.

00:05:49: Erst mal ja.

00:05:51: Wir schauen mal, dass wir dein Gut haben.

00:05:58: Also mein Beziehungsstatus ist, ich bin offen, aber ich bin aktuell sehr glücklich, wenn ich alleine nach Hause komme und ich kann alleine in mein Bett, niemand atmet laut neben mir.

00:06:13: Ich kann am Sonntag in meinem Bett einfach essen, das finde ich ganz toll.

00:06:18: Das sehe ich für mich aus Zukunftsperspektive ja.

00:06:21: Und wieso ist eigentlich dieses Daten dann so schwierig geworden?

00:06:24: Oder was ist da eigentlich los?

00:06:26: Was ist da so unangenehm, dass du das immer wieder von dir weisen und döschen musst?

00:06:31: Ich

00:06:31: glaube, jetzt wirklich mal ernsthaft beantwortet.

00:06:33: Das Daten ist deshalb so schwierig für mich.

00:06:36: Ich kann nur für mich reden, weil ich genau weiß, was ich möchte von meiner Beziehungsperson.

00:06:45: Ich habe Therapie gemacht, ich habe all diese Podcasts gehört, ich habe all diese Bücher gelesen.

00:06:50: Ich habe wirklich viel Zeit investiert in was ist Selbstwert, was ist Liebe, was möchte ich in einer Beziehung?

00:06:56: Ich hatte viele schlechte Beziehungen, ich habe reflektiert, weshalb war ich so viele Jahre mit Boyfriends zusammen, die mich betrogen haben, belogen haben, die schlechte Boyfriends waren, die gar nicht nett zu mir waren.

00:07:08: Ich habe das alles aufgearbeitet und dann habe ich gemerkt, okay, es war alles meine Schuld, es war mein Fehler.

00:07:14: Weil das eine ist ja, man kann so an einen dummen Boyfriend hingeraten, aber dass man dann fünf Jahre in so einer Beziehung bleibt, das ist it's on me.

00:07:25: Und deshalb, ich glaube, ich habe mich verändert, nicht das Dating in dem Sinne und ich glaube, dass aber sehr viele Frauen in meinem Alter mittlerweile sehr reflektiert sind und wissen, was sie wollen, die Arbeit machen und deshalb sich dafür entscheiden, dass sie halt jetzt lieber alleine sind.

00:07:44: als wenn da so einen Typen, der nicht so cool ist.

00:07:47: Ich bin ja leider heterosexuell.

00:07:48: Das heißt schwierig.

00:07:53: Ich kenn's.

00:07:55: Nee, aber die other way around ist noch easy.

00:07:59: Darüber reden wir ein später.

00:08:02: Aber würdest du sagen, dieses ganze Online-Dating ist das vorbei?

00:08:09: Ist das tot?

00:08:13: Nein, ich glaube nicht, dass das tot ist.

00:08:15: Ich glaube, dass viele Leute Liebe suchen und Gemeinschaft suchen und Partnerschaft suchen und das Online-Dating ist eine Form davon, dass man sich leichter kennenlernt.

00:08:28: Es gibt aber ein paar Probleme.

00:08:31: Es gibt ein paar Probleme und das ist, weil beim Online-Dating, das würde ich behaupten, ich habe das jetzt, ich habe keine Arbeiter zugeschrieben oder so, aber da ... Das eine ist, es bedient das Dopamin, die Dopamin-Hips.

00:08:48: Und dann ist man da so um Swiping und dann kriegt man ein Match und dann kurz Aufmerksamkeit.

00:08:55: Und dann hat man das Dopamin und das fühlt sich gut an.

00:08:58: Man hat so eine Bestätigung und da muss man gar nicht mehr viel Arbeit investieren, um jetzt diese Person noch weiter kennenzulernen.

00:09:05: Weil das ist zu viel Arbeit, ist nervig, wird eh nicht funktionieren.

00:09:07: Das ist das eine Problem, glaube ich, an Dating-Apps.

00:09:11: Das andere ist, dass auf Dating-Apps sehr viele Leute sind, die gar nicht eine ernsthafte Beziehung suchen.

00:09:22: Weil eine Freundinformierte ein Interview gemacht mit einer Therapeutin, die sich auf Dating spezialisiert hat oder Bücher geschrieben hat, I don't know.

00:09:31: Und sie hat erklärt, dass in der Gesellschaft gibt es fünfzig Prozent sichergebundene Menschen, ungefähr, und fünfzig Prozent unsichergebundene Menschen.

00:09:41: Und dann könnte man ja glauben, dass auf Dating-Apps die Verteilung auch Fifty-Fifty ist, ist aber leider nicht so.

00:09:49: Das heißt, die sicher gebundenen Menschen, die wirklich auch Zeit und Interesse und Ressourcen investieren, um jemanden kennenzulernen, tun man sie gar nicht so auf diesen Dating-Apps rum.

00:10:00: Aber trotzdem, das heißt nicht, dass man nicht auf Dating-Apps seine Boyfriends oder Girlfriends kennenlernt.

00:10:05: Zum Beispiel meinen letzten Boyfriend, den habe ich auf einer Dating-App kennengelernt.

00:10:09: Hab nicht funktioniert, aber

00:10:12: lag nicht an den App.

00:10:13: Es gibt trotzdem gute Leute dort drauf.

00:10:16: Wir sind jetzt gerne doch mal schauen, was sich auf diesen Dating App zu tummelt.

00:10:22: Also

00:10:22: ich hab jetzt ein paar Fotos mitgenommen für alle Leute.

00:10:25: Kann ich ein bisschen Saarlicht haben, bitte?

00:10:29: Also ich mach keine Fragerunde.

00:10:30: Gibt's Saarlicht?

00:10:31: Nein?

00:10:32: Okay.

00:10:32: Können alle Leute, die noch nie auf einer Dating App waren, kurz die Hand heben?

00:10:38: Noch nie?

00:10:39: Okay.

00:10:41: Dann würde ich jetzt euch mal einen kleinen, so, ich habe nicht groß, ich habe nicht groß ausgesucht, aber das wird einem angezeigt als Heterofrau, wenn man eingibt, dass man Leute zwischen fünf und dreißig und fünf und vierzig sucht.

00:10:57: Okay, wir starten.

00:11:01: Das ist doch ein net aussehender junger Mann.

00:11:04: Aber da weiß ich ganz genau, der werde ich sofort betrügen.

00:11:07: Warum?

00:11:09: Sieht so gut aus.

00:11:10: Das geht zum Beispiel für mich nicht, das ist so ein Finance Bro.

00:11:14: Da weiß man, also klar, er erwäscht sich ja die Bettwäsche jede Woche, aber er hat so komische Moralvorstellungen.

00:11:23: Finis Geld das Wichtigste und das Gym und seine Zigarre.

00:11:27: Nein.

00:11:28: Nicht so schlecht.

00:11:29: Dann hier, ich mein, vielleicht wär das was, aber ich hab halt keine Ahnung, wie der aussieht.

00:11:35: Man sieht ja jetzt nur sein ungewaschenes Hemd.

00:11:37: Aber so machen die Leute Werbung für sich auf Bumble.

00:11:46: Da muss man jetzt so als junge Frau denken.

00:11:48: Ah, doch.

00:11:50: Männern baden.

00:11:51: Das

00:11:51: möchte ich jetzt meinen Eltern vorstellen.

00:11:54: Oder hier.

00:11:57: Da gibt es viele Probleme.

00:11:59: Vor allem diese Überdecke.

00:12:03: Noch nicht mal

00:12:05: die Socken.

00:12:07: Noch nicht mal die Socken.

00:12:08: Das geht ja noch, aber diese Überdecke.

00:12:11: Du bist aber picky.

00:12:12: Ich

00:12:12: war, ja, also... Und hier, Manuel, wo man so denkt, Manuel, das ist... Also, die Leute, es ist ja nicht so, dass die Leute können selbst aussuchen, welche Fotos sie auf die App packen.

00:12:27: Dann haben wir hier Vince.

00:12:33: Es wird halt auch viel gelogen.

00:12:38: Und das sind

00:12:38: alles jetzt ganz aktuelle Beispiele?

00:12:40: Ganz

00:12:40: aktuelle Beispiele.

00:12:41: Dann kann man zum Beispiel nicht nur Fotos posten, sondern dann kann man auch zum Beispiel Schreiben, was man genau sucht.

00:12:48: Also langfristige Beziehung, dann looking for some homies.

00:12:53: Also ich suche ein paar Freunde, I don't know.

00:12:57: Partnered.

00:12:59: Also quasi die Person hat schon einen Partner.

00:13:02: Relationship Anarchist, also Beziehungsanarchistischer.

00:13:07: Recommend the book.

00:13:08: Aha, okay, jetzt muss man auch noch kurz ein Buch lesen.

00:13:11: Expensive Love.

00:13:12: damit man mit ihm dann Zeit verbringen kann.

00:13:14: Obwohl er, wie gesagt, er hat jetzt schon eine Freundin, aber er sucht halt noch Abenteuer, okay?

00:13:20: Dann

00:13:21: gibt's das absolute Gegenteil.

00:13:23: Ich möchte eine langfristige Beziehung finden, aus der natürlich eine Ehepamilie oder Lebenspartnerstaff entstehen kann.

00:13:30: Ist jetzt zum Beispiel das andere extrem, was ich auch nicht sehe für mich?

00:13:35: Oder dann dieser junge Herr.

00:13:38: In a long-term non-monogamous relationship.

00:13:40: Also es ist schon lange mit jemandem zusammen, aber nicht monogam.

00:13:44: Casually looking for inspiring, friendly and non-meaningless dates.

00:13:52: Also viele mixed signals.

00:13:55: Casually so easy.

00:13:59: Die Connection muss schon inspirierend sein und nicht ohne Bedeutung, aber halt auch keine One-Eight-Stands.

00:14:08: Aber er hat schon eine Beziehung.

00:14:10: Okay, ja, das sind so das, was man... Also zwischen solchen Sachen muss man aussuchen.

00:14:14: Das heißt, man ist sehr lange drauf, bis man dann eine Person gefunden hat.

00:14:17: Ich glaube, das war's.

00:14:19: Nein, das war's.

00:14:20: Du hast jetzt leider kein Positivbeispiel mitgebracht.

00:14:23: Aber was ist denn dein gutes Datingprofil?

00:14:28: Also... Ich schreibe auf.

00:14:33: Aber das ist sehr individuell.

00:14:36: für mich ein gutes und witziges Profil, wenn die Person alles ironisch bricht.

00:14:42: Jetzt würde man eine Therapeutin das auch noch mal hinterfragen.

00:14:46: Wieso ist das so relevant, dass alles ironisch gebrochen ist?

00:14:48: Wir haben hier die Couch.

00:14:49: Ja, genau.

00:14:51: Aber wenn die Person einfach witzige Antworten schreibt und witzige Fotos postet und ... So, das ist ein gewisser Vibe.

00:14:59: Was stehtet

00:15:00: ihr jetzt auf deinem Profil?

00:15:01: Genau, das

00:15:01: wollte ich auch nicht.

00:15:02: Was steht bei dir?

00:15:03: Ich

00:15:03: vollkurz mein Handy.

00:15:04: Ich

00:15:05: komme gleich wieder und mach mich

00:15:06: lieber Gang machen.

00:15:08: Wir hätten jetzt ein Skat.

00:15:09: Okay.

00:15:11: Sollen wir was singen?

00:15:14: Warst du schon mal auf einem Online-Dating-Projekt?

00:15:16: Ich

00:15:16: weiß nicht mal, ja.

00:15:17: Und zwar während der Pandemie.

00:15:20: Erzähl doch.

00:15:20: Man lernt wirklich Verrücktes kennen.

00:15:25: Es war, was gut war, Pandemie, man konnte keine, man konnte nicht zu den Leuten nach Hause und man konnte auch nicht wo rein.

00:15:31: Das heißt, man spaziert und man muss die auch nicht anschauen.

00:15:35: Und dann

00:15:35: habe ich ja eigentlich interessante Leute kennengelernt.

00:15:40: Also ihr dürft jetzt, das ist nicht gescriptet Leute,

00:15:45: ihr

00:15:45: dürft jetzt mein Profil angucken.

00:15:47: Auf

00:15:47: welcher App?

00:15:48: Auf Hinch.

00:15:49: Ihr dürft keine Nachrichten lesen.

00:15:54: Für mich ist es das Ding.

00:15:55: Das

00:15:55: Ding.

00:15:56: Jetzt hab ich ja kein Netz, was läuft.

00:15:59: Oh mein Gott.

00:16:02: Also, wartet, ich hab das natürlich gescreenshotet.

00:16:05: Seid hier ready für mein Profil.

00:16:07: Ihr dürft es jetzt angucken und dann beurteilen, okay?

00:16:11: Alles klar.

00:16:12: Ach, wir dürfen das angucken?

00:16:13: Ja, genau.

00:16:14: Das bist du.

00:16:15: Das bin

00:16:15: auch.

00:16:16: Ein sehr sympathisches Foto, finde ich.

00:16:18: Sehr sympathisch.

00:16:19: lächeln mit

00:16:20: Kapuze.

00:16:20: Mit einer Doppelkapuze.

00:16:23: Von wegen Überdecke.

00:16:24: Man guckt natürlich auf die Details.

00:16:26: Die vollen Lippen sind ein Blickfang.

00:16:29: Und natürlich die Rehaugen.

00:16:31: Genau.

00:16:31: Und dann könnt ihr kurz lesen, was ich geschrieben

00:16:34: habe.

00:16:35: Und zwar musste man beantworten, mit mir auszugehen ist wie.

00:16:40: Da musste ich beschreiben, wie das da so ist.

00:16:46: Mit mir auszugehen ist wie.

00:16:48: Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen.

00:16:49: Like a stand-up comedy show, I might charge you if you laugh too hard.

00:16:54: Oh.

00:16:55: Ist das cringe?

00:16:56: I don't know.

00:16:58: Wisst ihr, was cringe bedeutet?

00:16:59: ANZZ-Readers?

00:17:02: ANZZ am Sonntag.

00:17:04: Darf ich das den Rest auch vorlesen?

00:17:06: Also gut.

00:17:07: Hab grad meinen Eisprungen deshalb wieder die App runtergeladen.

00:17:10: Werde sie in spätestens achtundvierzig Stunden wieder löschen.

00:17:13: Okay, das ist

00:17:14: lustig.

00:17:14: Liebe Grüße.

00:17:15: Gülscha.

00:17:16: Okay, der ist gut.

00:17:17: Oder?

00:17:17: Der ist gut.

00:17:18: Ja,

00:17:19: aber es läuft gar nicht gut.

00:17:22: Gar nicht gut.

00:17:24: Läuft

00:17:24: nicht?

00:17:24: Nein, du hast keine Mädchen.

00:17:26: Nein.

00:17:27: Wieso ist eigentlich alles auf Englisch?

00:17:31: Ja, weil es gibt viele Ex-Pads.

00:17:34: und wie gesagt, ich will offen bleiben, weißt du?

00:17:36: Offen, auch für die Ex-Pads.

00:17:37: Okay,

00:17:38: alles klar.

00:17:38: Aber es ist wie in jeder Szene... Offenbar braucht es dieses spezielle Vokabular.

00:17:43: Also auch da, man muss so genau diese Wörter kennen und so.

00:17:47: Sonst geht's nicht.

00:17:48: Aber bist du zum Beispiel das Fresh Single?

00:17:50: Ja.

00:17:50: Auch auf den Apps?

00:17:51: Nein.

00:17:52: Oder nein?

00:17:53: Nein.

00:17:53: Das ist dir zu kompliziert oder zu langweilig oder so?

00:17:55: Das

00:17:55: ist eine sehr gute Frage.

00:17:57: Ich versuche es noch auf analogen Weg.

00:18:01: Aber bist du,

00:18:03: okay.

00:18:04: Ja.

00:18:06: Aber bist du wieder ready zum Dayton?

00:18:07: Total

00:18:07: ready.

00:18:09: Aber wohin sollen wir denn gehen?

00:18:12: Ich hab hier die Fragen.

00:18:14: Okay, Entschuldigung.

00:18:16: Okay, was wolltest du wohin?

00:18:18: Ich hab das Gefühl,

00:18:20: wir setzen halt im selben Boot.

00:18:21: Im selben Boot,

00:18:23: ja.

00:18:24: Und jetzt könnten

00:18:24: wir ... Entwerft doch jetzt mal ein tolles Date, das ihr haben könntet.

00:18:29: Also angenommen jetzt mal ganz im Ernst, wir hätten ein erstes Date, also wir würden dann von den Geräten dann in die normale Welt rutschen.

00:18:38: Was wäre denn, was wären denn gute erste Fragen an dich?

00:18:45: Zum Beispiel?

00:18:47: Ich finde es immer, ich finde so diese, man muss kurz mit Nebensätzen diese Basics abholen.

00:18:54: Möchtest du Kinder, warst du in Therapie?

00:18:56: Ganz am Anfang!

00:19:00: Ganz am Anfang.

00:19:02: Echt?

00:19:03: Ganz ehrlich, ich frag das sogar schon ab, wo man... Nein,

00:19:06: so wie so eine Menükarte.

00:19:08: Weil ich will auf gar keinen Fall Kinder und ich möchte eine Person, die Therapierfahrung hat, optimalerweise.

00:19:15: Oder wenigstens mal oder eine Idee hat von, was ist das innere Kind, mal ein Buch gelesen hat.

00:19:20: Es musste jetzt nicht jeder in Therapie gewesen sein, aber man muss so ein bisschen ein Gefühl haben, eine Reflexion muss da sein.

00:19:27: Das frage ich wirklich schon ab, bevor ich mich treffe.

00:19:31: Das heißt,

00:19:32: diese

00:19:33: Sachen müssen passieren.

00:19:34: Und danach, zum Beispiel, habe ich jetzt angefangen, bevor ich mich treffe mit Leuten, dass ich zuerst telefoniere.

00:19:42: Das funktioniert sehr gut, weil dann hat man so, man merkt

00:19:45: ... Die Stimme

00:19:46: ist irgendwie da.

00:19:46: Stimme,

00:19:47: also es ist meistens Facetime.

00:19:48: Also ich hab's jetzt einmal gemacht, aber ja.

00:19:53: Und dann bin ich wieder in die Datingpause gerutscht.

00:19:55: Aber wie gesagt, einfach telefonieren.

00:19:59: Und da kommen dann schon diese Basics.

00:20:00: Hey, hallo, Daniel, ich möchte keine Kinder.

00:20:05: Das ist ganz schnell am

00:20:06: Anfang.

00:20:06: Ganz schnell, ja.

00:20:07: Und vielleicht einfach noch mal kurz, einfach ... um ein unangenehmes Date zu beenden.

00:20:13: Ich glaube, das brauchen auch sehr viele.

00:20:15: Wie kommt man unbeschadet und schnell wieder aus zu einem schlechten Date raus?

00:20:22: Gute Frage.

00:20:23: Das

00:20:23: ist wirklich, also ich verstehe, dass es anstrengend ist, aber das Ding ist, ich denke dann, ich versuche, höflich zu sein und ich will auch nicht scheiße sein und so, aber ich, ziemlich schnell, dass man sagt so, okay,

00:20:41: Okay,

00:20:41: ciao.

00:20:41: Ich glaube, das ist relevant.

00:20:44: Es ist egal, was man ... Man muss einfach vorbereitet da reingehen.

00:20:49: Es gibt Leute, die eben Schüchterner sind oder People Pleaser und nicht so einfach sagen können, nein.

00:20:55: Ich find's wirklich wichtig, dass man mit deiner Exit-Strategie ins Date reingeht.

00:21:03: Dass man sich so überlegt, was ist für mich nicht unangenehm?

00:21:08: um dann zu gehen.

00:21:09: Also das klingt total unromantisch.

00:21:11: Das ist egal, weil das Wichtigste ist, dass man sich selber, dass man so sicher wie möglich reingehen kann.

00:21:18: und mir gibt Sicherheit, wenn ich eine Exit-Strategie habe.

00:21:23: Dann kann ich mich gehen lassen und dann weiß ich, okay, wenn es mir nicht gefällt, dann gehe ich ein.

00:21:28: Aber

00:21:28: wann entscheidest du?

00:21:29: Also das ist eine Frage der Zeit, dann so nach einer halben Stunde.

00:21:32: Wenn du nix spürst, dann war's das.

00:21:34: Oder wie machst

00:21:35: du das?

00:21:35: Nein, für mich ist es nicht relevant, ob ich was spüre oder nicht, sondern wenn ich zum Beispiel die Person, wenn das nicht matcht, wenn das der Langeweilige ist, wenn das nicht zu einem zweiten Date kommen wird, dann bestelle ich nicht noch ein zweites Bier.

00:21:48: Bier?

00:21:49: Das ist aber höflich.

00:21:50: Ja.

00:21:51: Also Moment.

00:21:52: Dann mach

00:21:52: ich das Bier mit

00:21:53: und dann

00:21:54: sage ich, ich geh jetzt.

00:21:56: Also ich sag dann so, ich geh jetzt.

00:21:57: Ich glaub, das war kein Date für uns.

00:21:58: So.

00:21:59: Das war's.

00:22:00: Manchmal kann ich das besser und manchmal nicht, aber ich glaube, was mir wirklich hilft, ist, wenn ich von Anfang an mir überlege, was wäre für mich heute, wie es mir heute geht, habe ich PMS, habe ich den Glob, wie geht es mir heute?

00:22:14: Habe ich viel Selbstbewusstsein oder nicht?

00:22:16: Was ist jetzt der Mut?

00:22:17: Wie könnte ich aus dieser Situation raus, falls ich keinen Bock mehr habe?

00:22:21: Was heißt, habe ich den Glob?

00:22:24: Sorry.

00:22:26: Fühle ich mich wie Beyoncé.

00:22:27: Weißt du, wie ich bin?

00:22:29: Bin ich so?

00:22:30: I don't care about you.

00:22:32: Ich geh jetzt.

00:22:33: Also, das kommt darauf an.

00:22:35: Was mache ich?

00:22:35: nie, Leute?

00:22:36: Nie.

00:22:39: Aber ich hatte schon sehr, sehr schlechte Dates.

00:22:42: Ich hatte schon Streit.

00:22:44: Wir hatten schon wirklich Diskussionen.

00:22:48: Man weiß ja nie, wie das was passieren wird.

00:22:51: Das sind zwei fremde Personen.

00:22:53: die sich hinsetzen, meistens dann auch noch Alkohol konsumieren zusammen, was ja auch nicht so eine gute Idee ist.

00:22:59: Und dann kann's dann halt auch streiten kommen.

00:23:03: Dein letzter Freund war ja jetzt tatsächlich auch ein Update zuerst.

00:23:08: Was hat denn der richtig gemacht?

00:23:11: Was wirklich gut war, ist, wir haben uns zum Kaffee getroffen, morgens vormittags.

00:23:16: Also da war nicht noch Alkohol involviert und schummriges Licht.

00:23:19: Und da war auch nicht diese weirde Situation.

00:23:22: Küssen wir jetzt oder küssen wir nicht, sondern es war einfach mal wirklich ein Ken-Learn-Date.

00:23:27: Und das zweite Date war auch wieder ein Kaffee.

00:23:31: Und das dritte Date war dann mit Küssen.

00:23:36: Und ich glaube, das hat geholfen und es hat einfach gut gemetscht.

00:23:42: Aber ich glaube, es war irgendwie schon auch wichtig, dass es jetzt nicht direkt mit nicht in einer Bar-Situation war, mit lauter Musik und Alkohol und schon beim ersten Treffen so zufälligerweise berühren.

00:23:57: Das ist eigentlich zu schnell zu viel.

00:24:00: Eigentlich brauche ich viel länger Vorlauf, das habe ich auch gemerkt in den letzten Jahren.

00:24:05: Das ist man direkt.

00:24:07: Ja, nicht immer, manchmal.

00:24:11: Und sag mal so, also jetzt noch mal ... Mein alter, ähm, noch mal weg von dieser digitalen ...

00:24:18: Was hab ich halt, bist du?

00:24:19: Fünfzig.

00:24:20: Wirklich?

00:24:21: Gut.

00:24:23: Oh, Daddy!

00:24:24: Jetzt noch mal weg von dieser digitalen Welt.

00:24:28: Angenommen, du bist in einem ... in einem Café.

00:24:32: Keine Ahnung.

00:24:33: Oder halt dann doch in einer Bar am Abend.

00:24:36: Und dann sitzt einer oder steht oder was auch immer.

00:24:39: Und du denkst, na ja, das könnte nicht so schlecht sein.

00:24:44: Was sind denn da deine Tipps oder gute, kannst du da gute Sprüche?

00:24:50: Was, ja, danke fürs Fragen.

00:24:54: Also was ich zum Beispiel immer noch nicht schaffe, ist in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn man zum Beispiel zusammen Zug fährt von Zürich nach Bern und dann wie Savi voneinander sitzt und die ganze Zeit beide gucken, beide gucken, man weiß, da ist etwas.

00:25:08: Da schaff ich's noch nicht.

00:25:10: So weit ... Nee, das kann ich noch nicht.

00:25:12: Nicht mal du schaffst.

00:25:13: Das

00:25:13: hätte

00:25:13: ich auch

00:25:14: geknallert.

00:25:15: Nicht mal ich, das schaff ich nicht.

00:25:17: Das Ding ist, man ist gefangen.

00:25:18: Warum schaffst

00:25:19: du nicht?

00:25:21: Weil man dann so krank ist für die nächsten fünf und fünfzig Minuten.

00:25:25: Ah ja.

00:25:25: Oder vierzig Minuten.

00:25:27: Wenn man so noch zwanzig Minuten sagt, hallo, nein.

00:25:31: Und dann ist zum Beispiel ... Nee, es steht mir komisch oder ein komischer Loot-Kanal.

00:25:36: Aber was einfach ist, wenn man ... Irgendwo zu einem Typen hinkern, zur Bar und wieder zurück.

00:25:41: Was sehr, sehr gut funktioniert ist, wenn man vor allem bei Heterozismen nennt, wenn man nach einer Meinung fragt.

00:25:52: Oh.

00:25:52: They

00:25:52: love that.

00:25:53: Funktioniert hier auch

00:25:54: sehr.

00:25:54: Funktioniert so gut.

00:25:57: Zum Beispiel, wenn man dann zur Bar geht, sich neben den Typen hinstellt und sagt, okay, was könnte ich trinken?

00:26:06: Weil ich trink immer dasselbe Bier.

00:26:09: Was würde denn zu meiner Persönlichkeit passen?

00:26:11: Ich bin nämlich eine sehr witzige und quirlige Person und sehr intelligent.

00:26:16: Und wie du siehst, auch sehr hübsch.

00:26:18: Was passt zu mir?

00:26:22: Und dann hat man der Person aktiv gezeigt, hey, ich interessiere mich für dich.

00:26:27: Ich interessiere mich für deine Meinung.

00:26:29: Aber

00:26:31: wenn das hier nicht funktioniert, bin ich wieder weg.

00:26:34: Weil obviously bin ich ja mit Friends da.

00:26:37: Also ... Die Person hat eine, also ich hab eine Exit-Strategie, die Person hat eine Exit-Strategie, plus es ist so, das Interesse wurde gezeigt.

00:26:48: Oder der nächste Step ist, wenn man so denkt, der ist sehr, sehr hot, dass man direkt fragt, was würden wir beide denn an unserer Hochzeit für ein Drink servieren?

00:26:57: Super Exit-Strategie.

00:27:02: Das funktioniert ganz

00:27:03: sicher.

00:27:06: Ich glaube, das Ding ist, man muss nicht das Gefühl haben, dass man die ganze Zeit super schlagfertig und sehr spontan sein muss.

00:27:13: Man kann auch sich kurz ein bisschen vorbereiten auf die Situation, weil man ist ja meistens auch nervös, wenn die Person sehr attraktiv ist und sehr blaue Augen hat.

00:27:25: Ich glaube, ja.

00:27:30: Mir geht es genauso.

00:27:31: Mir geht es

00:27:32: genauso.

00:27:33: Und was hast du schon gehört, was gut funktioniert bei dir?

00:27:36: Also jetzt umgekehrt, also du sitzt und dann kommt einer und der sagt dann, was?

00:27:42: Ich glaube, das passiert wirklich gar, also ich kann mich nicht erinnern, dass das passiert.

00:27:48: Ich glaube, nein.

00:27:50: Aber du würdest wie reagieren, wenn es gut wäre, würdest du das gut finden?

00:27:56: Angenommen?

00:27:57: Klar, ich finde ja, Flirten ist ja eine Einladung zu einem kleinen Hin und Her, zu einem Ping-Pong, zu einem Spiel und ich kann die annehmen oder nicht und das ist ... Ping-Pong.

00:28:06: Ähm...

00:28:10: Ich spät das Spiel noch ein Spiel.

00:28:11: Okay, okay.

00:28:14: Und das ist ja immer eine Einladung.

00:28:15: Und wenn jemand so sich wirklich so ein Herz gefasst hat und Mut hatte, hinzukommen, dann bin ich erst mal freundlich.

00:28:23: Und ich guck mal, aber wenn es mir nicht gefällt, dann moderiere ich das dann auch wieder ab.

00:28:29: Sagt der Profi.

00:28:31: Nein, aber es ist ja...

00:28:34: Ich bin ja immer

00:28:35: nett.

00:28:35: Vielleicht

00:28:35: ist es schwierig bei dir, weil du so hohe Erwartungen hast.

00:28:39: Ich habe nicht hohe Erwartungen, ich habe Erwartungen.

00:28:41: Die sind nicht hoch oder tief.

00:28:42: Okay.

00:28:42: Es sind einfach Erwartungen.

00:28:44: Okay.

00:28:45: Applaus, Applaus.

00:28:45: Das hat es verdient.

00:28:56: Also

00:28:56: lebe dem Griff weiß ich jetzt.

00:28:58: Und selbstbewusst kommt auch drauf an.

00:29:01: Wozu

00:29:02: brauchst du überhaupt noch einen Mann?

00:29:05: Wo habt ihr so seinen Platz?

00:29:08: Wir sind ja soziale Wesen.

00:29:10: Also ich hab das Gefühl, ich brauch keinen Mann.

00:29:13: Weil ich hab so viele Partnerschaften mit Freundinnen.

00:29:16: So ganz enge, enge.

00:29:17: Ich hab... Ich hab ein Emergency-Kontakt, ich hab Leute, die ich anrufen kann.

00:29:22: Wenn ich umziehen möchte, ich hab Leute, die ich anrufen kann.

00:29:25: Wenn's mir nicht gut geht, wenn's mir gut ... Ich hab alles gecovert, aber trotzdem sind wir ja ... soziale Wesen, und wir suchen ja nach Bindung und Verbindung.

00:29:38: Aber es geht mir jetzt nicht ... Es geht mir jetzt ... Ja.

00:29:44: Ich sag mal so, die letzten Boyfriends, die ich hatte ... Es ging mir eigentlich immer besser ohne die.

00:29:56: Traurig eigentlich.

00:29:58: Ja,

00:29:58: aber das heißt denn immer, dass ich einfach jetzt besser aussuchen kann.

00:30:02: Ja.

00:30:05: Okay, ich muss da noch mal was notieren für mich.

00:30:08: Was notierst du?

00:30:09: Du musst jetzt eigentlich übernehmen langsam.

00:30:10: Ja.

00:30:12: Hast du dich schon mal gefragt, ob es vielleicht an dir liegt,

00:30:15: dass du niemanden

00:30:16: findest?

00:30:17: Es liegt an mir, ja.

00:30:19: Ja.

00:30:19: Ja.

00:30:21: Also ja klar, weil ich such ja aus, also liegt an mir, dass ich jetzt nicht in der Beziehung bin.

00:30:27: Und was sagt dein Therapeuter zu?

00:30:30: Therapeutin.

00:30:32: Ich weiß nicht, habe ich jetzt noch nicht besprochen, keine Ahnung.

00:30:35: Aber ja klar, liegt an mir, weil ich entscheide ja, mit wem ich meine Zeit verbringe, wie ich meine Ressourcen brauche, fair brauche,

00:30:42: wo.

00:30:43: deshalb, ja, es liegt an mir, dass ich jetzt nicht in einer Beziehung bin, weil ich sage, also ich habe das Gefühl, man kann... schnell in der Beziehung rutschen mit irgendjemandem.

00:30:54: Ich glaub, ich hab schon einen mittelguten oder schlechten Boyfriend finden.

00:31:01: Aber das ist ja nicht die Idee.

00:31:03: Für mich ist das Ziel oder die Idee, dass mein Boyfriend mindestens so toll ist wie meine Freundinnen.

00:31:14: Und wenn sie drunter liegen, dann ... Hm, ja.

00:31:19: Mhm, what for?

00:31:20: Ja.

00:31:21: Nicht für Sex?

00:31:24: Nein.

00:31:26: Weil zum Beispiel, das ist mir auch nicht so wichtig.

00:31:29: Es gibt da viele Leute, die dann so geblendet werden von Sex und ich bin so, I don't care.

00:31:35: Okay.

00:31:36: Wenn wir ein bisschen den Schirm aufmachen, dann sieht man ja zum Beispiel an den Zahlen, dass es immer mehr Singlehaushalte gibt.

00:31:49: Zumindest in den meisten westlichen Ländern.

00:31:54: Wieso finden Menschen nicht mehr zusammen?

00:32:01: Also, ich glaube nicht, dass Menschen nicht mehr zusammenfinden, sondern wenn man davon ausgeht, dass früher Frauen sehr stark abhängig waren von Männern, sei es, weil sie in den Siebzigern konnten, sie ja nicht mal eine Kreditkarte haben, ohne einen Mann oder was auch immer.

00:32:23: Und auch lange Zeit waren sie abhängig finanziell von Männern.

00:32:28: oder auch was den Stand angeht.

00:32:30: Also man konnte nicht einfach eine Stingelmutter sein, weil das war nicht angesehen.

00:32:35: Und das heißt, man hat sehr viel ausgehalten und sehr viel mitgemacht, obwohl man das nicht wollte.

00:32:42: Aber man war gezwungen, in einer Zweierbeziehung mit einem Toxic Man zu leben, weil das war die einzige Möglichkeit.

00:32:51: Und jetzt fällt das alles weg.

00:32:54: Das heißt, wir können ... Zumindest im Westen können wir selber entscheiden, ob wir wirklich mit diesem Typen zusammenbleiben oder nicht.

00:33:02: Ich glaube, diese Autonomie hatte man früher nicht und deshalb hat man so viele Single-Haushalte oder so viele alleinerziehende Mütter.

00:33:10: Und sind wir glücklicher?

00:33:12: Ja, wir sind glücklicher definitiv.

00:33:15: Ganz klar, weil in einer schlechten Beziehung zu sein ist immer.

00:33:20: für alle schlechter als alleine zu sein.

00:33:23: Ich sage nicht, dass man als alleinerziehende Mutter glücklich ist, aber man ist definitiv entspannter als mit einem Hundesohnmann.

00:33:32: Garantiert.

00:33:34: Es ist auf jeden Fall anstrengend und alles.

00:33:37: Es ist sehr anstrengend, ein Single-Marm zu sein.

00:33:40: Man muss alles machen.

00:33:42: Und dann ist auch noch die Gesellschaft, die trotzdem noch nicht mega, mega entspannt ist damit.

00:33:48: Aber es ist sicher besser, als in einer schlechten Beziehung zu sein.

00:33:53: Also, das ist eine gefühlte Wahrheit.

00:33:55: Ich weiß nicht, ob das tatsächlich so ist, aber das ist meine Haltung.

00:33:59: Glaubst du Freundschaften ersetzen immer mehr Liebesbeziehungen?

00:34:09: Also, für mich gesprochen, ja.

00:34:12: Für mich ersetzen Freundschaften Liebesbeziehungen, aber ich glaube, in der Gesellschaft ist das noch nicht der Case.

00:34:18: Ich glaube noch nicht.

00:34:19: Ich glaube noch nicht, weil das Ding ist, ich glaube, dass Liebesbeziehungen immer noch so hoch gewertet werden, dass dieses Gefühl von Liebe, romantischer Liebe und gemeinsam.

00:34:29: man findet dann den Soulmate und dann ist man gemeinsam gegen den Rest der Welt und endlich irgendwann kommt er dann, dass es immer noch so sehr in uns eingepflanzt, durch Filme, durch Songs, durch Internet.

00:34:47: dass das noch nicht, also das Freundschaften das noch nicht ersetzen.

00:34:50: Das ist nur in, also sicher in unserer Bubble, in meiner Bubble for sure, aber in der breiten Gesellschaft sucht man immer noch so irgendeinen Partner, Partnerin, wo man sagt, wir sind meant to be.

00:35:06: Du hast ja uns erzählt in dem Interview, das wir geführt haben, dass du dir auch überlegst oder dass ihr euch überlegt, als beste Freundinnen zu heiraten.

00:35:16: Ja,

00:35:16: was wäre das?

00:35:17: Seine Hochzeit-Advice?

00:35:20: Also es gibt verschiedene Optionen.

00:35:23: Wir haben die schon durchbesprochen an Proseccoabenden.

00:35:27: Aber ich glaube, dass ... dass man dann, also eine Version wäre, dass man diese sehr traditionelle Art und Weise zu heiraten, einfach so mal für sich annektieren würde und dann das dann so vier, fünf Freundinnen untereinander heiraten.

00:35:43: Rauchen weiß und auch mit irgendjemand hat eine Rede und es kostet zwanzigtausend Franken umso.

00:35:51: Was macht sie zu einem besseren Mann?

00:35:54: Lia, heißt sie, oder?

00:35:56: Lia.

00:35:59: Also sie ist nicht ein besserer Mann, aber ... Ich glaube, wir sind sehr ähnlich, haben so eine sehr ähnliche Weltanschauung und Wertevorstellungen und auf jeden Fall denselben Humor.

00:36:14: Und ich glaube, das ist zum Beispiel für mich auch sehr wichtig.

00:36:16: Humor ist für mich eine Love-Language.

00:36:19: Ich drücke sehr viel aus über Ironie oder über Wortspiele, über Geschichten, die man dann so spinnt.

00:36:26: Und das ist sehr, sehr wichtig für mich in freundschaftlichen Beziehungen oder auch in Paarbeziehungen.

00:36:32: Weshalb, glaube ich auch, deshalb mache ich ja auch so ein witziges Profil.

00:36:38: So kann ich ja schon Leute aussieben, die das nicht verstehen oder zu ernst nehmen.

00:36:42: Das wollte ich eh fragen.

00:36:43: Also was ist, wenn quasi dir in diesem Café morgens dann ein zumindest äußerlich Traummann dir gegenüber sitzt, aber er hat einfach ... Er ist einfach nicht so lustig.

00:36:57: Das ist wirklich ... Geh nicht.

00:36:59: Und das merkst du sofort?

00:37:00: Absolut, ja.

00:37:02: Ziemlich schnell, ja.

00:37:03: Auch keine zweite Chance, dass er dann vielleicht am nächsten Tag lustiger ist als der Vordergrund.

00:37:09: Ich frage für ein Freund,

00:37:11: also ...

00:37:13: Also ... Ich glaub, das Problem beim Dating heutzutage ist ja auch, man hat leider immer nur eine Chance.

00:37:22: Ich find das nicht gut.

00:37:24: Aber ich hab auch gar keine Geduld, dann noch mal mich zu treffen.

00:37:28: Optimalerweise wird man sich ja so über eine Woche kennenlernen.

00:37:32: Optimalerweise geht man so in einem Partylager.

00:37:35: All the Singles.

00:37:37: Und dann hat man so eine Woche miteinander, weil dann kann man sich, da kann man dann zusammen so Knöpfe lernen und Bäume fällen und Schnitzeljagd machen.

00:37:45: Und dann merkt man ja, dann spürt man die Personen viel mehr.

00:37:48: Ich glaube, dass es, es ist nicht, es ist nicht eine gute Art und Weise, dass man ... direkt nach dem ersten Mal sagt ja oder nein.

00:37:56: Oder nach einem Foto ja oder nein.

00:37:58: Ich glaube nicht, dass das gut ist und Sinn macht.

00:38:00: Auf gar keinen Fall, aber ich habe auch keine Zeit.

00:38:04: Keine Lust.

00:38:04: Für Pfadilager.

00:38:06: Für Pfadilager,

00:38:06: ja.

00:38:07: Ist das die Zukunft des

00:38:09: Datings, vielleicht?

00:38:10: Ist jemand hier mit sehr viel Geld und einem Pfadihus?

00:38:14: Weil dann könnten wir das organisieren.

00:38:16: So was.

00:38:18: Das Fests.

00:38:18: Ja.

00:38:20: Spielen wir jetzt ein Spiel?

00:38:21: Ich würde jetzt hier zum Beispiel das anrauschen.

00:38:23: Alles klar.

00:38:30: Wir spielen ein Spiel.

00:38:32: Wir spielen ein Spiel.

00:38:33: Wir spielen

00:38:33: ein Spiel.

00:38:35: Und zwar unser weltberühmtes Ping-Pong-Spiel.

00:38:38: Okay.

00:38:40: Es ist ganz einfach.

00:38:42: Wir stellen kurz zu Fragen und du antwortest kurz.

00:38:45: Aber es muss wirklich kurz bleiben.

00:38:47: Das Erste, was dir in den Sinn kommt, ohne groß nachzudenken.

00:38:52: Und wenn du zu lange bist

00:38:54: ... Kriegst du einen Strafpunkt?

00:38:56: Ja,

00:38:57: kriegst du einen Strafpunkt.

00:38:58: Okay.

00:39:02: Okay.

00:39:03: Zwei.

00:39:04: Aha, nein, okay.

00:39:08: Wann hast du zum letzten Mal bei einem Liebesfilm geweint?

00:39:11: Äh, zwei Wochen.

00:39:13: Vor zwei Wochen.

00:39:14: Welcher Film war es?

00:39:15: Vor zwei Wochen, ja.

00:39:16: Okay.

00:39:18: Welcher Film?

00:39:19: Äh, dieser Film, wo dieser Typ ... Paralysiert war nach einem Umfall.

00:39:23: Wie ist der?

00:39:24: Ganz schlimm.

00:39:25: Keine Ahnung.

00:39:26: Paralysiert.

00:39:28: Okay.

00:39:31: Ein halbes

00:39:32: Jahr.

00:39:32: Ein

00:39:32: halbes Jahr.

00:39:35: Okay, weiter.

00:39:36: Wann musst du immer vor Rührung weinen?

00:39:39: Wenn Gruppen zusammen etwas erreichen, ein Chor singt zusammen, eine Gruppe kommt zusammen, macht etwas gemeinsam.

00:39:46: So wie wir drei

00:39:47: heute.

00:39:50: Wannst du den letzten Mal einen Liebesbrief erhalten?

00:39:52: Liebesbrief?

00:39:53: Liebesbrief.

00:39:53: Ah, ein Burning

00:39:54: Man.

00:39:55: Von wem?

00:39:56: Von meinem Burning Man-Husband.

00:39:57: Was?

00:39:58: Wir sind seit vier Jahren zusammen, mein Burning Man-Husband und ich.

00:40:02: Und da geschrieben, can we finally have a Playa-Date?

00:40:06: Meet me at achtzehn Uhr.

00:40:09: Und ich habe es leider nicht verpasst, weil ich habe getrunken.

00:40:16: Worüber hast du dich mit deinen Ex-Freunden immer wieder gestritten?

00:40:24: Also ... weiß ich nicht, weiß ich nicht.

00:40:28: Warte.

00:40:29: Immer das Gleiche.

00:40:30: Streit,

00:40:30: weiß ich nicht.

00:40:31: Der rote Faden, der sich durch alle Streiter reinzieht.

00:40:35: Was, ich hab so Boyfriends vor der Therapie und nach der Therapie.

00:40:38: Egal.

00:40:39: Also die Boyfriends vor der Therapie, wieso hast du mich schon wieder betrogen?

00:40:43: Das war immer ein Streit.

00:40:44: Okay.

00:40:46: Und danach ... Das

00:40:47: ist ein echter Streit.

00:40:48: Danach?

00:40:50: Ja.

00:40:51: Nein,

00:40:51: Rande schneidet man anders.

00:40:59: Okay, Apropos Therapie, wie viele Stunden paar Therapie hast du hinter dir?

00:41:02: Nur drei.

00:41:04: Oder fünf.

00:41:05: Fünf Boyfriends oder fünf

00:41:06: Stunden?

00:41:07: Fünf Stunden mit einem Boyfriend.

00:41:09: Wann fühlst du dich nicht gesehen?

00:41:16: Das

00:41:16: ist eine

00:41:17: gute Frage.

00:41:19: Die

00:41:19: ist von dir.

00:41:20: Kann

00:41:22: ich dir zurückstellen und am Schluss, ganz am Schluss beantworten?

00:41:25: Ja,

00:41:25: ausnahmsweise geht das.

00:41:26: Ja, ausnahmsweise.

00:41:27: Ein Strafpunkt zwar.

00:41:28: Moment.

00:41:31: Eins zu Null für uns.

00:41:32: Gut.

00:41:33: Wann hast du zum letzten Mal um die Liebe gekämpft?

00:41:38: Bei meinem letzten Boyfriend vor ein paar Monaten.

00:41:44: Hat nicht geklappt.

00:41:46: Nein.

00:41:50: Welche Liebe hast du nie ausgelebt?

00:41:56: Ah, die Zutame.

00:41:58: Oh, das ist nicht richtig.

00:42:00: Ich war so sechzehn, siebzehn und er war mein Traumtyp, hatte so Grübchen und ich dachte, wir haben ein Date, dabei haben wir uns einfach getroffen zum Eisessen.

00:42:09: Ja, Tamer, wenn du das hörst, I'm still available.

00:42:15: Tamer, bist du hier?

00:42:17: Nein, nein.

00:42:18: Wonach bist du sichtig?

00:42:20: Instagram und Alkohol.

00:42:23: Wie oft schon gelogen bei diesem Spiel?

00:42:27: Einmal.

00:42:28: Wann zum letzten Mal im Handy eines Mannes gewuselt?

00:42:31: Also geguckt, was er geschrieben hat.

00:42:33: Einfach geschaut, was er so macht.

00:42:36: Also, das Handy genommen und geguckt

00:42:38: heimlich.

00:42:38: Heimlich genommen und geschaut.

00:42:41: Das ist schon lange her mit Mitte zwanzig.

00:42:44: Ja.

00:42:45: Okay.

00:42:45: Also heimlich genommen?

00:42:46: Heimlich

00:42:46: genommen.

00:42:47: Ja.

00:42:48: Wieso?

00:42:49: Wieso hast du so geguckt, ist das was Normales?

00:42:51: Macht man das?

00:42:52: Ja, ist das was Normales?

00:42:54: Keine Ahnung.

00:42:55: Nein, mit Mitte zwanzig habe ich heimlich ... Handy, Laptop, iPad, alles.

00:43:02: Alles durchgeschaut?

00:43:03: Alles

00:43:03: durchgeschaut, ja.

00:43:04: Und machst du jetzt nicht mehr?

00:43:05: Würdest du nicht mehr machen?

00:43:05: Nein, mach

00:43:06: nicht mehr.

00:43:06: Interessiert dich nicht?

00:43:08: Nein.

00:43:08: Mach mal nicht.

00:43:09: I don't

00:43:11: care.

00:43:11: Jetzt geht weiter.

00:43:13: Beschreib deinen ersten Liebeskummer.

00:43:15: Liebeskummer?

00:43:17: Der erste.

00:43:17: Der erste Liebeskummer.

00:43:20: Oh mein Gott, ich hab diese Geschichte.

00:43:23: Also meine Freunde hab ich überstrapaziert.

00:43:26: Ich war zwei Wochen lang jeden Tag unterwegs mit meinem Freundinnen.

00:43:29: Und ich habe einfach fünfmal nacheinander dieselbe Geschichte erzählt.

00:43:34: Was er gemacht hat, wie er es gemacht hat.

00:43:36: Ja, es war so.

00:43:39: Und ja, es ist viel wiederholt, wiederholt wurde die Geschichte.

00:43:43: Du

00:43:43: musst erzählen.

00:43:44: Die

00:43:44: Geschichte?

00:43:45: Ja, die Geschichte.

00:43:47: Und ist zu lang?

00:43:49: Also, nice zu lang, ja.

00:43:50: Aber es war der Mann, mit dem ich das Handy durchgeguckt habe.

00:43:56: Okay.

00:43:56: Bester Kustern ist Lebens, oder ist das auch der Mann?

00:43:58: Ah,

00:43:59: super, deutlich.

00:44:04: Wir können teilen ein bisschen.

00:44:05: Ja, perfekt.

00:44:07: Dann kann ich ja endlich da noch so...

00:44:11: Als Bestkuss meines

00:44:13: Lebens...

00:44:16: Ich wusste, sie singt.

00:44:19: Wer geht mir noch ein bisschen?

00:44:20: Ich

00:44:20: glaube, ich kann mir... Keine Ahnung, weißt du?

00:44:23: Wisst ihr?

00:44:24: Nein, das weiß man doch nicht mehr.

00:44:26: Ich schon.

00:44:26: Immer am Anfang doch.

00:44:28: Immer am Anfang, wenn man ganz verliebt ist.

00:44:30: Ai, ai, ai.

00:44:31: Dann ist es mal der beste Kuss.

00:44:33: Was kochst du aus Liebe?

00:44:36: Für jemanden.

00:44:39: Ah, Lasagne.

00:44:41: Oh!

00:44:41: Vegane Lasagne.

00:44:43: Ganz viel Mühe geben.

00:44:45: Und dann auch Salat mit krasser Salatsauce, mit Tahini und Zitronen.

00:44:49: Aber vegan, vegan Lasagne,

00:44:51: klar.

00:44:51: Wie

00:44:53: lautet dein Lieblingskursenname?

00:44:57: den du einen deiner Ex-Partner gegeben hast.

00:45:03: Äh, Plampaloni.

00:45:11: Wie wirst du am liebsten genannt?

00:45:14: Kühlschatz.

00:45:19: Was ist das Schlimmste am vierzig werden?

00:45:23: Dass man sich die ganze Zeit überlegen muss, soll ich jetzt Botox machen oder nicht?

00:45:28: Soll ich, soll ich nicht?

00:45:29: Bin ich jetzt eine von diesen Frauen oder bin ich jetzt die, die jetzt sagten, nein, I don't care about Falken?

00:45:35: Das ist mega schlimm.

00:45:35: Weil man hat das Geld für Botox mittlerweile.

00:45:39: Aber man denkt auch so ... Soll man das machen?

00:45:43: Ja, das finde ich so.

00:45:45: Das nervt.

00:45:47: Wie feierst du nächste

00:45:48: Woche?

00:45:49: Äh, ich gehe an eine Kinky-Party in Berlin.

00:45:55: Nein, da geht man nicht

00:45:57: mehr

00:45:58: hin.

00:45:58: Das ist politisch auch irgendwie komisch, weil die haben ja auch Till Lindemann reingelassen und da gab es auch Übergriffe und das Kit-Kit hat sich dazu nicht geäußert.

00:46:05: We don't like it anymore.

00:46:06: Okay.

00:46:09: Ja.

00:46:09: Lieblings Love Song.

00:46:12: Ich habe keine Lieblings Love Songs, nur Lieblings Break-Up Songs.

00:46:16: Okay,

00:46:16: oh, viel besser.

00:46:22: Klar.

00:46:23: Und dann von Beyoncé.

00:46:25: Why don't you love me?

00:46:28: Kannst du singen?

00:46:29: Bisschen?

00:46:31: Why don't you love me, babe?

00:46:33: Nein, ich kann nicht singen.

00:46:37: Das war unser Spiel.

00:46:39: Das

00:46:39: war das Spiel.

00:46:40: Du hast nur ein Strafpunkt.

00:46:46: Es hat sich noch niemand durchgemetzt, als du.

00:46:49: Sehr gut.

00:46:52: Wir müssen noch ein bisschen über dieses Niederutspiel reden, finde ich.

00:46:57: Dein Ursprung?

00:46:58: Ja.

00:46:59: Auch habe ich gelesen, Karin Keller-Sutter, Bundesrätin's Ursprung.

00:47:06: Kennt man sich da in der Provinz?

00:47:08: Ist es von Niederrutzwil?

00:47:10: Ja.

00:47:10: Nein.

00:47:11: Bist du sicher?

00:47:12: Ganz sicher.

00:47:13: Also, so sicher, wie ich vorher deine Eltern durcheinandergebracht habe.

00:47:17: Ist

00:47:17: es nicht von Utsnach oder so?

00:47:18: Nein, nein, nein, nein.

00:47:20: Also, ja?

00:47:21: Nein, du kennst

00:47:22: dich nicht.

00:47:22: Du kennst dich nicht.

00:47:24: Okay.

00:47:25: Kannst du ein bisschen erzählen über diesen, heute sagt man ja, Vibe, der in diesem Nieder-Uzwil oder in dieser sankalischen ... Du meinst,

00:47:34: Vibe, nicht Vibe, das Vibe, sondern

00:47:36: Vibe.

00:47:37: Nein, das ist so alt.

00:47:38: Okay,

00:47:43: ja.

00:47:43: Kannst du was sagen?

00:47:44: Du bist Vibe.

00:47:45: Nein, nein, nicht das Vibe, sondern the Vibe.

00:47:48: The Vibe.

00:47:51: In diesem Nieder-Uzwil, mit welchem Lebensgefühl wächst man da auf?

00:47:58: Ganz toll.

00:47:58: Es ist ländlich, aber nicht mega ländlich, sondern genug ländlich.

00:48:03: Und man hat so ganz lange Schulwege, zwanzig Minuten, wo man so läuft.

00:48:07: Und auf dem Schulweg, da passiert es ja.

00:48:09: Da passieren Streit und man sucht Sachen oder man guckt, wo die Schnecke hinläuft.

00:48:16: Oder hier ist noch ein Igel.

00:48:17: Also ich hatte eine ganz tolle Kindheit.

00:48:19: Und wir haben viel draußen gespielt.

00:48:22: Ich bin auch in den Neunzigern aufgewachsen.

00:48:24: Das heißt, man hatte da auch nicht so eine ... richtige Idee, wie viel Zucker dürfen Kinder essen?

00:48:29: Wie viele Tipps sind in Ordnung?

00:48:31: Das heißt, wir durften immer Zuckergetränke trinken und meine Eltern waren jetzt auch nicht so, dass man jetzt kein Fernsehen gucken durfte.

00:48:37: Ich hatte früh schon so ein Fernseh in meinem Zimmer.

00:48:41: Aber trotzdem, man war auf Mini Playbook-Show vor allem.

00:48:46: oder die Simpsons.

00:48:47: Aber man war viel draußen, man hat viel draußen gespielt, Räuber und Pulli, Versteckrees, Fangies, all diese Sachen.

00:48:54: Das war ganz, ganz toll.

00:48:55: Vor allem der Schulweg.

00:48:57: Also Schulweg fand ich immer ganz witzig.

00:49:01: Und heute lebst du ja vor allem in Berlin?

00:49:04: Berlin und Zürich.

00:49:05: Berlin und Zürich.

00:49:06: Genau.

00:49:07: Und wenn du jetzt diese ... Ich komm noch mal auf dieses Dating zu sprechen.

00:49:11: Wenn du jetzt diese Typen in Berlin siehst und die Typen vergleichst mit ... Den Typen in St.

00:49:17: Gallen, was ist da der Hauptunterschied?

00:49:21: Ich weiß nicht, weil ich bin ja weit weg von St.

00:49:23: Gallen, aber ein großer Unterschied ist der Dialekt.

00:49:27: In St.

00:49:27: Gallen hat man keine erst.

00:49:29: Ich glaube, das ist der größte Unterschied.

00:49:31: Aber ansonsten ist es ziemlich ähnlich, weil ich bewege mich ja immer in so ähnlichen Bubbles.

00:49:39: Also, wenn ich irgendwo bin, dann bin ich ja auch, wenn ich in St.

00:49:42: Gallen unterwegs bin oder in Zürich oder in Berlin, ich bin dann an ähnlichen Orten, wo sich ähnliche Leute zusammenfinden.

00:49:48: Deshalb ist es nicht so ein Riesenunterschied.

00:49:51: Und in Berlin sind ganz viele Leute zugezogen, so wie in Zürich.

00:49:55: Auch viele aus St.

00:49:56: Gallen.

00:49:56: St.

00:49:56: Gallen ist jetzt niemand hingezogen.

00:49:58: Also, dann war die St.

00:49:59: Galler, aber ja.

00:50:01: Okay.

00:50:03: Wir haben uns auch gefragt in der Vorbereitung.

00:50:06: Ja, das nehme ich mal wunder, was ihr euch gefragt

00:50:08: habt.

00:50:09: Na ja, wir haben uns gefragt.

00:50:10: Also, dich macht ja diese Schlagfertigkeit aus.

00:50:14: Und

00:50:14: da ... Neben meiner Stöhnheit.

00:50:16: Natürlich.

00:50:18: Da ist dann die Frage, ist das etwas, was man einfach, das ist einfach eher eine Talent, das fällt einem in den Schoß?

00:50:24: Oder hast du das trainiert?

00:50:26: Oder war es eine Notwendigkeit?

00:50:29: Weil du keine Ahnung warum.

00:50:31: Ich glaub, neunzig Prozent ADHS tatsächlich.

00:50:34: Und weil meine Schlagfähigkeit ist, glaube ich, so ein Ding von meiner Neurodivergenz.

00:50:38: Und ich halte mich ja stark zurück.

00:50:41: Ja, wirklich, ich halte mich stark zurück.

00:50:45: Ich habe ja gelernt, dass man Leute nicht unterbrechen darf, schon bereits bei der Anmoderation hat.

00:50:52: Drei Gags, die wollte ich rausballern, nicht so Gülscha, shut up, it's their show.

00:50:57: Und ich glaube, es ist schon das... dass das eine, das andere ist, dass wir bei mir zu Hause, also ich bin aufgewachsen mit sehr viel Humor, mit sehr viel Witzigkeit und sehr viel Wortspielen und es wurde immer irgendeine witzige Geschichte dann aus etwas ganz Normalem.

00:51:20: Wenn irgendwas umkippt, wurde dann eine Riesengeschichte daraus gesponnen.

00:51:25: Über Jahre hinweg hat man dann so diese Insider-Gags.

00:51:30: Ich glaub, das hat schon auch damit zu tun, wie man aufwächst, wie man Sachen sieht, wie man Sachen erlebt.

00:51:37: Meine Mutter macht aus allem eine Geschichte.

00:51:40: Und ich glaub, das hab ich schon von ihr mitgenommen, definitiv.

00:51:45: Hast du ... Tipps, wie man schlagfertig werden könnte, auch ohne ADHS.

00:51:50: Ich glaube nicht, dass man schlag, also wofür sollte man, wieso sollte man schlagfertig werden?

00:51:54: Also was heißt das schon?

00:51:56: Um schlechte Dates zu beenden.

00:51:58: Wie gesagt.

00:51:59: Moderatorin zu werden.

00:52:03: Ich glaube, was hilft, Tats, also nicht um, ich glaube nicht, dass das Ziel sein muss, schlagfertig zu sein, aber was hilft, dass man... einfach Sachen machen kann, ohne viel darüber nachzudenken, das ist, glaube ich, auch ein Part vom Schlagfertigsein, ist, dass man viel Selbstliebe übt.

00:52:22: Weil wenn man sich selber liebt und seinen Selbstwert kennt, dann ist es mir auch ein bisschen egaler, wenn ich was sage, schnell und dann ist es vielleicht nicht ganz so gut oder so witzig oder es passt nicht ganz, weil Ich mach mich ja dann nicht abhängig davon.

00:52:45: Die Sachen, die ich sage, sind nicht so relevant oder machen mich nicht aus.

00:52:49: Sondern wenn ich weiß, ich kenne meinen Wert, dann kann ich auch mal was Blödes sagen.

00:52:53: Das ist nicht so schlimm.

00:52:57: Wissen das, wenn sich die Familie trifft, was heißt es dann über dich?

00:53:01: Jetzt kommt die schlagfertige Tabu-Brecherin?

00:53:05: Nein, nein,

00:53:05: nein.

00:53:05: Nein, nein.

00:53:06: Nein.

00:53:09: Nein.

00:53:09: Nein.

00:53:12: Nein.

00:53:13: Sondern es heißt so, krass, schön, dass Sie wieder mal kommen.

00:53:18: Das ist mehr so cool.

00:53:21: Sie lässt sich wieder mal blicken.

00:53:22: Das ist mehr das.

00:53:24: Hast du nie diesen, ich spielst so nie diesen Druck jetzt abgesehen, vielleicht vom Familientreffen.

00:53:30: Keine Ahnung, normales Abendessen, Samstagabend bei Freunden.

00:53:34: Und du denkst dann, ich müsste jetzt lustig sein.

00:53:40: Gibt's es?

00:53:44: Also, wo meinst du genau?

00:53:47: Egal wo.

00:53:47: Egal wo.

00:53:48: Zum Beispiel auf der Bühne, an einem Montagabend.

00:53:50: Nein.

00:53:51: Ich meine jetzt private Treffen.

00:53:55: Leute kommen zusammen, keine Ahnung, man feiert was.

00:53:59: Und man kennt dich natürlich.

00:54:01: Und du denkst dann, ich muss doch jetzt liefern.

00:54:05: Hast du das?

00:54:06: Ich glaube mehr, was mir sehr bewusst ist, wenn ich an Orte gehe, nicht mit meinen Freundinnen, sondern an Orte, wo ... mit fremden Leuten Events, keine Ahnung.

00:54:16: Dann ist mir sehr bewusst, dass ich den Space holen muss.

00:54:19: Wenn jemand zu mir kommt und mit mir anfängt zu reden und sagt, ich finde dein Podcast toll, dann weiß ich, ich muss jetzt den Space holen, ich muss jetzt das Gespräch führen.

00:54:30: Das ist mir ganz klar und sehr bewusst.

00:54:32: Ich muss nicht Witze machen.

00:54:34: oder irgendwas, sondern ich muss die andere Person korrigulieren.

00:54:39: Weil meistens ist die andere Person dann vielleicht ein bisschen nervös oder weiß nicht genau was sagen, hat sehr viel Mut gefasst, um zu mir zu kommen und zu sagen, was das, was du machst, das berührt mich auf irgendeine Art und Weise oder das entertaint mich auf eine Art und Weise.

00:54:56: Ich muss lachen, wenn ich dich höre.

00:54:58: Und meistens sind die Leute, die haben dann nicht überlegt, okay, was sagen sie als Nächstes?

00:55:04: Das ist mir sehr bewusst.

00:55:06: Und da weiß ich, jetzt muss ich den Space holen.

00:55:08: Das heißt, ich hol die Leute ab und übernehme das Gespräch.

00:55:13: Aber das ist die eine Seite.

00:55:16: Die andere Seite ist, wo ich auch sehr häufig das Gespräch übernehme, ist auch mit Leuten, die ich so halbgut kenne.

00:55:23: Und dann wird mir innerhalb von drei Minuten langweilig.

00:55:28: Klar.

00:55:28: Ich hab nicht das Gefühl, ich muss jetzt die Leute unterhalten.

00:55:32: Aber damit ich jetzt einen spannenden Abend habe, muss ich jetzt irgendwie eine Story anfangen.

00:55:39: Ich muss jetzt ein Spiel integrieren.

00:55:41: Ich muss jetzt die Geschichten auspacken.

00:55:43: Ich muss jetzt Geschichten aus den Leuten rausholen.

00:55:47: Aber das ist nicht, weil ich die anderen unterhalten möchte, sondern weil ich möchte mich unterhalten.

00:55:51: Das

00:55:52: klingt aber schon anstrengend.

00:55:53: Das

00:55:53: ist schon anstrengend, ja.

00:55:55: Hänge ich nur mit Leuten ab, die ich kenne.

00:55:59: Du gehst ja auch als die Gülscha, die irgendwie Tabuus bricht und die mit Konventionen aufräumt.

00:56:08: Ist das

00:56:08: auch eine

00:56:09: Art, dich von diesem Niederutsviel zu befreien?

00:56:14: Es ist eine Art, mich vom Patriachat, weil ich kann es nicht gut auf Hochdürstecke, Patriachat, zu befreien.

00:56:22: Ich glaube, es ist mir das.

00:56:23: Es ist wirklich für mich im Purpose, dass ich über Sachen rede, weil ich finde, dass vor allem wir Frauen über Jahrtausende, Jahrhunderte, die ganze Zeit irgendwie musste man schweigen, flüstern.

00:56:38: Es wurde nicht richtig erforscht, wie Frauen funktionieren und so weiter.

00:56:41: Es geht nicht darum, dass ich mich befreie von Niederruzwil, weil Niederruzwil war lieb zu mir, war gut zu mir.

00:56:46: Ich konnte mich da entfalten, ich konnte da rumrennen und Räuber und Pulli spielen.

00:56:50: Aber grundsätzlich die Gesellschaft ... Von der muss ich mich befreien.

00:56:54: Und mir fällt das sehr leicht.

00:56:57: Mir ist es ein bisschen egal.

00:56:59: Für mich ist das eher spannend, wenn ich so eine Grenze überschreite.

00:57:03: Und es macht mir nichts aus.

00:57:04: Ich bin nicht schüchtern, ich kann das gut tragen.

00:57:07: Und ich glaube, es ist aber sehr wichtig, dass man das macht.

00:57:14: Und also, es hat aber nichts mit Niteruz will zu tun.

00:57:17: I'm a fan.

00:57:18: I'm a

00:57:18: fan.

00:57:20: Du machst es auch sehr erfolgreich?

00:57:22: Alles?

00:57:23: Du hast jetzt gerade einer der erfolgreichsten Podcast der Schweiz,

00:57:29: mit

00:57:30: zwei anderen Hosts, noch Ziva Didiring und mit denen füllt ihr das Hallenstadion.

00:57:37: Bald, oder?

00:57:38: Ja.

00:57:39: Nächste Woche übernimmt

00:57:39: es.

00:57:40: Am sechsenzwanzigsten Oktober.

00:57:41: Am sechsenzwanzigsten Oktober.

00:57:43: Können wir kurz über dieses Phänomen sprechen?

00:57:47: Wie ist das möglich, dass so viele Menschen bezahlen, um euch zu sehen, drei Frauen im mittleren Alter, die über ihr privates Leben diskutieren.

00:58:02: Ja, ich glaube, das ist genau das, weil es gibt so viele von uns.

00:58:06: Wir sind fünfzig Prozent der Gesellschaft, wie gesagt, wir werden ausgelassen in praktisch allen Bereichen, auch im Entertainment-Segment.

00:58:16: Und jetzt kamen da drei Frauen, die haben einfach Sachen erzählt, Anektoten, was sie erleben, wie es ihnen geht, was sie sich wünschen.

00:58:23: was sie erlebt haben, wo man so denkt, aha, ja, wir hatten auch nicht gedacht, dass es so erfolgreich ist, aber und die Other Hand, es gibt ja so viele Leute, das ist ja so vielen Leuten ihre Lebensrealität.

00:58:38: Logisch funktioniert das.

00:58:40: Also...

00:58:41: Naja, es geht nicht darum, warum, also es geht mir darum, glaube ich, es ist ja kein irgendwie Game, es ist ja keine Game Show oder irgendwas, sondern... Drei Frauen reden so über den Alltag.

00:58:54: Aber Podcasts

00:58:56: grundsätzlich?

00:58:57: Ja.

00:58:58: Podcasts grundsätzlich?

00:59:00: Ja,

00:59:00: extrem

00:59:01: erfolgreich.

00:59:02: Und deshalb ist es nicht so überraschend, dass dann ein Schweizer-Deutscher Podcast, das war ja auch einer von den ersten Labepodcasts in der Schweiz, dass der erfolgreich ist.

00:59:12: Das Medium-Podcast ist ja schon, funktioniert gut.

00:59:16: Und dann kamen da drei Frauen.

00:59:19: alle intelligent, schlau, alle schon lange im Entertainment-Business.

00:59:24: Und dann, für uns war es auch krass, dass der Erfolg so groß war.

00:59:30: Aber on the other hand, also bei einem Männer-Podcast hätte man nicht gesagt, wieso seid ihr so erfolgreich?

00:59:36: Dann wär's so, ja, ist so viel.

00:59:38: Weiß ich nicht.

00:59:40: Gibt's

00:59:40: ja nicht.

00:59:41: Ja, gibt's ja nicht, und die haben noch nichts falsch.

00:59:42: Ganz viele, ganz viele Männer-Podcast.

00:59:44: Schweizer

00:59:45: Männer-Podcast, wie das Hallen-Spargion?

00:59:47: Nein.

00:59:49: Aber es gibt doch, also ja, Comedy-Männer, aber ... Comedy-Männer ist zum Beispiel kein Labe-Podcast und ein Comedy-Podcast, scripted.

00:59:58: Ich glaub, deshalb ... Wobei, das war auch sehr, sehr erfolgreich, wenn wir jetzt nicht schlecht reden.

01:00:03: Und freust du dich?

01:00:04: Also, das ist ja schon ein riesen Ding.

01:00:07: Also, wie bereitet du dich davor?

01:00:09: Also

01:00:09: ...

01:00:11: Lappenfieber ... Ich find's krass.

01:00:14: Ich find's schon irre, und ich glaub, es werden nie wieder ... Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich jemals wieder ein Stadion füllen werde.

01:00:20: Da glaube ich wirklich nicht.

01:00:22: Und deshalb ist es eine riesengroße Verantwortung auch.

01:00:26: Also wir sehen das auch als große Verantwortung.

01:00:28: Wir wollen wirklich eine Show liefern und wir treffen uns seit acht Monaten.

01:00:35: Jede Woche, wir haben so viele Calls.

01:00:38: Wir wollen wirklich eine richtig krasse Show machen und es sind drei Charaktere, drei verschiedene Leute, die ganz verschiedene Ansichten haben.

01:00:47: verschiedene Meinungen haben.

01:00:48: und dann muss man diskutieren und streiten und sagen, nein, wir machen das

01:00:53: Pony, wir brauchen dieses Pony.

01:00:56: Und dann muss dieses Pony halt noch geliefert werden aus Finnland.

01:00:59: Und dann muss man das bezahlen.

01:01:00: Und dann muss man sagen, du wolltest das Pony, du bezahlst das von deiner Gage.

01:01:05: So.

01:01:06: Es wird ein Pony geben?

01:01:08: Wir haben ein Pony geben, Leute.

01:01:11: Das ist aber wie bei uns.

01:01:13: Stimmt.

01:01:15: Wir sind gleich zurück.

01:01:18: Journalismus live erleben.

01:01:20: Jetzt mit dem NZZ Live Podcast.

01:01:23: Damit hört ihr jeden Monat bis zu zwei Stunden der spannendsten Mitschnitte unserer Live-Veranstaltungen.

01:01:30: Ihr begleitet interessante Gespräche mit bekannten Persönlichkeiten, moderiert von unseren Redaktorinnen und Redaktoren und das überall, wo es Podcasts gibt.

01:01:41: Oder ihr seid direkt vor Ort dabei.

01:01:43: Unser aktuelles Programm und alle Ticket-Infos findet ihr unter nzz.ch slash live.

01:01:52: So, wir haben ausgemacht, dass wir diesen Dreierahmen ein bisschen sprengen und auch Fragen aus dem Publikum.

01:02:03: Dating-Fragen, Dating-Kiss.

01:02:05: Was ihr noch Tipp braucht.

01:02:07: Was ihr noch eine Geschichte habt, so wie wir.

01:02:09: So eine fünfminutige Geschichte.

01:02:13: Ja, alles,

01:02:13: was die Gülscha hat.

01:02:14: Wenn zum Beispiel ihr jemanden habt im Umfeld, wo ihr denkt, das wäre doch noch ein Typ für entweder Sascha oder Gülscha, könnt ihr uns das auch noch mitteilen.

01:02:25: Genau so ist es.

01:02:26: Ja, keine Fragen, Leute.

01:02:29: Doch hier haben wir mehrere.

01:02:30: Die

01:02:30: Dame vorne.

01:02:31: Moment, hier kommt das Mikrofon.

01:02:35: Wann fühlst du dich nicht gesehen?

01:02:41: Das ist wirklich eine schwierige Frage und darüber kann man jetzt eine ganze Kolumne schreiben.

01:02:45: Aber zum Beispiel, ich kann das jetzt nicht so ganz, ganz genau präzise beantworten, aber ich weiß, dass ich mich zum Beispiel als Kind häufig nicht gesehen gefühlt habe, weil ich war das mittlere Kind.

01:02:56: Ich bin so einfach so ein bisschen mitgelaufen.

01:03:01: So, meine ältere Schwester, die war also die Erste, die durfte nichts und die viele Strafen, viele Sanktionen, dann kam ich.

01:03:10: Keine Ahnung, gar, also... Ich war einfach da.

01:03:14: Und kurz nach, mir kam eine kleine Schwester, zwei Jahre später.

01:03:18: Und sie war halt so, das ist ein nice Tag, ich bin mit den langen Locken.

01:03:22: Und ich war halt auch da.

01:03:24: Also ich wurde in der Kindheit häufig nicht gesehen.

01:03:26: Deshalb bin ich auch als Kind.

01:03:29: Einerseits, weil ich so ein Entertainment-Gene habe, glaube ich.

01:03:32: Und viel Dopaminbrauche.

01:03:33: Die Kompetition.

01:03:35: Und deshalb, ja, ich bin wirklich viel häufiger auf Tische und Stühle gestanden und hab gesungen und gelacht und getanzt.

01:03:41: Auch vor den Fernseher meiner Eltern.

01:03:44: Und hab dann auch Songs gesungen.

01:03:46: Ja.

01:03:47: In meiner

01:03:47: Kindheit

01:03:48: wurde

01:03:49: ich nicht gesehen, Leute.

01:03:52: Gut.

01:03:54: Da war noch eine Frage.

01:03:55: Also, ich wiederhabe ... Du hast da einmal kurz gesagt, zum Anfang ... Da oben ... Ach so.

01:04:03: Ähm ... Und das war, dass es für Männer einfacher ist, seit zu daten oder auf den Plattformen.

01:04:11: Und ich nehme mir wohne, wie du darauf kommst.

01:04:13: Weil ich als Mann, wenn ich auf diesem Plattform bin, habe ich keine Likes oder Matches überhaupt.

01:04:21: Ich glaube... Das habe ich als Nebensatz für Sascha gesagt.

01:04:26: Bei ihm wird es ja gut laufen, weil ich bin ja Single und auf dem Plattformen.

01:04:30: Das dachte ich.

01:04:31: Und das ist ja auch wieder so von meiner Wahrnehmung.

01:04:34: Viele von meinen Freunden sind alle Single.

01:04:37: Die sind alle witzig, nett, stehen im Leben, sind therapiert.

01:04:45: Also, wenn du jemanden suchst, hit mir ab.

01:04:47: Ich habe wirklich ganz viele für dich.

01:04:49: Wie alt bist du?

01:04:50: Was suchst du?

01:04:56: Sag mal Namen, was

01:04:57: du suchst.

01:04:57: Du kommst doch schon hierher auf die Couch.

01:05:00: Wenn du nicht therapiert bist,

01:05:02: dann ...

01:05:03: Also, Therapie war ich schon.

01:05:06: Alter.

01:05:07: Ähm, dreiunddreißig.

01:05:08: Das ist zu jung für mich, aber ich guck mal.

01:05:11: Und äh, was suchst du denn?

01:05:14: Ähm, was

01:05:14: ist deine Wünsche?

01:05:15: Eine bequemte

01:05:15: Frau, wie sportlich ist.

01:05:18: Und auch ... relativ gut aussieht, meiner Meinung.

01:05:22: Alles klar, das finden wir für dich, gar kein Problem.

01:05:28: Wir hatten da vorne noch

01:05:29: eine Folge.

01:05:31: Aber auch witzig, dass wir zwei Sachen die Äußerlichkeiten waren.

01:05:35: Just saying, ja.

01:05:37: Aber hey, wir werden für dich eine sportliche, gut aussehende Person finden.

01:05:41: Und intelligent.

01:05:42: Unintelligent.

01:05:43: Aber noch mal schnell, also jetzt mal im Ernst.

01:05:45: Siehst du, den Männer reden schlechter als Frauen?

01:05:48: Also, die sind schlechter im Sichartikulieren?

01:05:52: Das Gespräch führen wir ihm vor je weiter, glaube ich.

01:05:59: Also gut, dann machen wir das so.

01:06:01: Genau so.

01:06:03: Vielen, vielen, vielen, vielen Dank, Gülscha.

01:06:05: Vielen, vielen,

01:06:05: vielen Dank auch, dass alle gekommen sind.

01:06:07: Vielen Dank Ihnen für Ihr Kommen und für die sehr guten ... Vielen Dank dir, dass ich diese Interviews immer mit dir machen darf.

01:06:19: Das ist eine schöne Bereicherung in meinem Leben.

01:06:24: Genau, und wir sehen uns alle im Foyer in diesem Fall.

01:06:34: Das war NZZ Live.

01:06:36: Vielen Dank fürs Zuhören.

01:06:38: Besucht unsere NZZ Live-Veranstaltungen gerne auch vor Ort.

01:06:42: Wir laden euch herzlich ein zum Denken, Fragen und Mitdiskutieren.

01:06:47: Alle Infos zu den Tickets und zum aktuellen Programm findet ihr hier in den Show Notes und unter nzz.ch slash live.

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