Literatur als Spiegel der Gesellschaft – mit Caroline Wahl

Shownotes

Mit ihren Romanen trifft sie den Nerv der Zeit: Caroline Wahl begeistert mit ihrer feinsinnigen Sprache, präzisen Beobachtungsgabe und tiefgründigen Figuren. Doch Caroline Wahl ist weit mehr als eine der gefragtesten deutschen Autorinnen der Gegenwart. Sie versteht es, in ihren Büchern mit wenigen Worten ganze Welten entstehen zu lassen, die Innenleben ihrer jugendlichen Figuren mit aussergewöhnlicher Tiefe auszuloten und gesellschaftliche Fragen auf subtile Weise literarisch zu verhandeln. Im Gespräch mit Peer Teuwsen, Leiter Kultur der «NZZ am Sonntag», gewährt sie Einblicke in ihr Schaffen, ihre Inspirationsquellen und den Erfolg ihrer bisherigen Werke. Wie gelingt es ihr, komplexe Themen so nahbar zu erzählen? Welche Geschichten möchte sie in Zukunft noch schreiben? Und wie beeinflusst ihr eigenes Leben ihre Literatur? Doch es wird nicht nur geredet, Caroline Wahl liest auch aus ihrem neusten Buch.

Aufnahme: 28. Oktober 2025

Gast: Caroline Wahl, Autorin

Host: Peer Teuwsen, Leiter Kultur «NZZ am Sonntag»

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Bild: © Frederike Wetzels

Transkript anzeigen

00:00:02: NZZ Live.

00:00:14: Herzlich willkommen zu diesem Abend mit Karoline Waal, mein Name ist Peer Teufsen und ich bin verantwortlich für den Kulturteil in der NZZ am Sonntag.

00:00:26: Karoline Wahl ist ein Phänomen.

00:00:29: Sie ist im TGW, ICE kann man ja nicht sagen, zur erfolgreichsten deutschsprachigen Autorin.

00:00:38: dagegen war gerast.

00:00:41: ihre beiden Romane, Zweiundzwanzig Bahnen und Windstärke siebzehnte wie Sie ja sicherlich alle wissen.

00:00:49: um diese beiden Schwestern Tilda und Ida drehen sich drehen die sich um ein Leben kämpfen trotz prekärsten familiären Verhältnissen.

00:01:00: Diese beiden Romani haben sich bis heute rund zwei Millionen Mal verkauft auch ihr neuer Roman die Assistentin der um Machtmissbrauch in einem Verlag.

00:01:15: Sich dreht... Der Verlag ist in München, jedenfalls im

00:01:22: Buch.

00:01:23: Auch der Roman ist an die Spitze der Bestsellerlisten gelangt.

00:01:28: Zweiundzwanzig Bahnen wurde verfilmt mit der Zürcherin Luna Wedler In der Hauptrolle erfüllt die Kinosäle, die sonst so leer sind Windstärke siebzehn, wird auch verfilmt werden.

00:01:42: Ich meine mehr geht nicht in dieser Branche.

00:01:47: Was ist das Geheimnis von Caroline Waal?

00:01:51: Hab ich mich gefragt.

00:01:53: Sie hier im Saal werden auch eine Antwort darauf haben.

00:01:57: Vielleicht ist es nicht meine.

00:01:59: Ich denke ein bisschen auf die Spur gekommen dieses Geheimnisses als ich sie in Rostock besucht habe.

00:02:06: damals lebte sie noch Dieser Stadt, es war kurz vor Erscheinen von Windstärke siebzehn.

00:02:13: Sie hat mich am Bahnhof abgeholt fröhlich winkend und wir sind zum Wasser gegangen.

00:02:19: das ist so liebt dass mehr.

00:02:21: sie wohnt jetzt in Kiel also auch wieder am Meer Und wir sind halt zum wasser gegangen.

00:02:26: Rostock muss man wissen Ist ein aufgehübschter Ort dank vielen Millionen von Steuergeldern, aber es ist auch ein ziemlich toter Ort.

00:02:41: Und er liegt dann auch noch in Ostdeutschland.

00:02:45: Es ist ein bisschen ein ungemütlicher Ort.

00:02:47: am Abend waren wir dann oder war sie?

00:02:50: ich war irgendwo bei den Zuschauern hat Sie Ihr neues Buch eben wegen Stärke siebzehn zum ersten Mal vorgestellt und an diesem Kulturhaus waren Plakate mit dem Slogan Nazis raus.

00:03:05: Das ist Rostock.

00:03:07: Und bei diesem Spaziergang zum Meer blieb Caroline Walp plötzlich stehen und hat gesagt, wissen Sie?

00:03:18: Ich habe kürzlich mal wieder meinen Kleiderschrank besichtigt und da sind schon sehr viele schöne Stücke drunter.

00:03:27: aber dann hab ich mir gedacht das lohnt sich ja gar nicht die in Rostok anzuziehen.

00:03:32: und da habe ich gedacht dass es vielleicht ein Teil Ihres Geheimnisses dieses frische, dieses dreckte, dieses unverblümte.

00:03:41: Dieses bisschen rausgerotzte und lernen wir Sie jetzt kennen diese unverfrorene Frau.

00:03:49: bitte begrüßen sie Karolina Walp

00:03:58: mega sympathisch.

00:03:59: nur

00:04:00: was

00:04:01: ja wenn man in sowas sagt über seine Klamotten.

00:04:03: habe ich das so gesagt.

00:04:04: Ja

00:04:08: also Ich hab mich gefragt frau walm Sie haben ja auch im Zürich gelebt, eine Arbeit die sie als Kackjob öffentlich beschrieben haben.

00:04:24: Jetzt ist mir heute Morgen aufgefallen dass sie in ihrer Story auf Instagram, also diese Veranstaltung angekündigt haben so ein frierendes Emoji darunter gesetzt haben mit was für Gefühlen sind sie nach Zürch gekommen?

00:04:39: Also ganz ehrlich?

00:04:40: Ja, immer.

00:04:41: Also davor hatte ich richtig Angst vor dieser Station.

00:04:43: die war mir ein Dorn im Auge und ich habe sogar damit geliebäugelt also sie abzusagen.

00:04:49: das mache ich bei jeder Veranstaltung sage ich mir meinen Eltern Ich sag dir ab mir ist alles zu viel und ich mach es letztendlich nie.

00:04:55: aber ich hatte richtig Angst also nicht unbedingt vor der Veranstaltung sondern immer wenn ich in Zürich bin oder auch durch Zürch fahr weil ich zu einer anderen Schweizer Stadt fahre hab ich so ein mulmiges Gefühl und erinnere mich eben an dieser Zeit.

00:05:11: Und deswegen, ja hatte ich so ein bisschen Schiss.

00:05:15: Dieser Smydy ist es so einen Witz zwischen mir und einem Freund, den benutzen wir sehr gerne und der hat da einfach gepasst weil's eben auch lustig ist dass ich jetzt hier bin heute, so'n bisschen ein Full Circle Moment um die Kurve zu kriegen.

00:05:29: Die Einstellung hat sich heute getreten vielleicht sogar schon gestern Abend, ich bin gestern abend angekommen und es war ein anderes Gefühl.

00:05:37: Ich war auch nicht... Also ich habe kurz davor noch so einen peinlichen Diva-Auftritt gemacht und hab gesagt, ich möchte das Hotel wechseln weil ich nicht in Seefeld schlafen will.

00:05:47: Weil da habe ich mal gewohnt!

00:05:49: Und dann mussten die alle noch des Hotelstudiums erst gesagt ne das geht nicht zu kurzfristig.

00:05:56: und dann habe ich gesagt es muss aber sein Ich schäme mich dann auch, aber ich komme nicht auf meine Haut raus.

00:06:03: Dann wurde das Hotel gewechselt und jetzt bin ich eben im Twenty-Five-Hours.

00:06:07: Man muss zu Ihrem Schutz sagen ... Sie haben da im Seefeld in einer Wohnung gelebt, wo ein Toter ist.

00:06:13: Der ist einer gestorben drin oder?

00:06:16: Das ist im

00:06:17: Roman!

00:06:17: Ja, das ist nur im Roman.

00:06:19: Da verwechseln sie was... Ja,

00:06:22: das kommt vor.

00:06:24: Auf jeden Fall war ich dann im Kreis Vier und war alles so... Man kann ja nicht leugnen, dass Zürich einfach eine wahnsinnig schöne Stadt ist.

00:06:32: Und ich hatte das Gefühl, dass ich mich jetzt wieder ein bisschen vielleicht nicht neu verliebe weil ich mich nie in Zürch verliebt habe aber vielleicht noch mal eine neue Etappe unserer Beziehungen losgeht.

00:06:46: Also ich hatte heute einen schönen Tag Ja, fand das ganz schön.

00:06:51: Auch mal schön irgendwie durch die Bahnhofstraße zu laufen und sich rein theoretisch auch Dinge kaufen zu können!

00:06:58: Aber ihr habt nichts gekauft...

00:07:01: Jetzt, man kann es ja auch anders sehen.

00:07:04: Es war eine schwierige Zeit aber diese Zeit hat ihnen eigentlich das größte Glück beschert dass man sich nur vorstellen kann weil hier haben sie Zweiundzwanzig Bahnen geschrieben.

00:07:17: Ich glaube, ich hat sich das heute auch so ein bisschen gedreht.

00:07:21: Weil ja, das ist auch eine nicht schöne Zeit aber gute Zeit gewesen weil da habe ich zwanzig Bahnen geschrieben, da hab' ich mit Tilda und Ida abgehangen Und wenn ich nicht in Zürich gewesen wäre und diese Kackzeit gehabt hätte dann säßige ich wahrscheinlich nicht hier.

00:07:35: also ziemlich sicher nicht weil ich glaub in so Kackzeiten da kanalisiert man ja auch so besondere Kräfte oft und will eben ausbrechen.

00:07:42: und so war es eben damals.

00:07:43: Haben Sie in drei Monaten geschrieben oder?

00:07:45: Ja krass Also die Geschichte vom Anfang bis Ende, aber dann wurde es schon noch überarbeitet und so.

00:07:51: Vom ersten Satz bis zum ausgetrockneten Buch war schon so ein knappes Jahr.

00:07:58: Wann haben Sie eigentlich das erste Mal gemerkt dass das ein Riesen-Ding werden könnte?

00:08:07: Ich glaube so ein bisschen geahnt oder... Da konnte ich mir vorstellen, dass es ein bisschen größer werden könnte.

00:08:15: War als die Auktion stattgefunden hat also als der Text eben mehreren Verlagen gepitscht worden ist und da einfach sehr viele Verlage den Text unbedingt haben wollten.

00:08:25: Der dachte ich so okay cool das wird definitiven Roman und vielleicht auch...

00:08:28: Aber sie wussten nicht vorher, dass der Text gut ist?

00:08:31: Doch doch!

00:08:31: Das wusste ich dann schon.

00:08:34: Ich hatte schon irgendwie einen Gefühl, als ich mit Hilda losgezogen bin, dass das cool ist.

00:08:38: Das merkt man ja auch beim Schreiben, dass man drin ist dass man die Schwestern cool findet, dass man eine Geschichte hat.

00:08:46: Und ich glaube als sich dann diese Bestätigung von einer Agentur hatte und eben auch von den Verlagen da war mir schon bewusst das es ein guter Text ist.

00:08:57: Okay, also dann kamen die Auktionen und dann hat irgendein Verlag unglaublich viel Geld geboten?

00:09:02: Ja,

00:09:05: für Ihre Verhältnisse damals.

00:09:06: Das war schon cool!

00:09:08: Aber ich habe mich trotzdem jetzt nicht getraut zu sagen... ...ich gehe jetzt all in und kündige alles.

00:09:13: Ich mache nur noch Schriftstellerinnen da sein.

00:09:17: Aber das war schon einer der schönsten Momente meines Lebens.

00:09:26: Und wann wussten Sie, dass sie eine Stimme haben?

00:09:32: Das war ja vorher, oder?

00:09:34: Also eine Stimme so wirklich krass, dass ich für was stehe und viele Leute das so viel gibt.

00:09:46: erst später würde ich sagen.

00:09:49: Schon

00:09:50: als es eben immer größer wurde.

00:09:53: Aber dass Sie etwas zu erzählen haben?

00:09:55: Ja, ich glaub ... Das war schon immer ein bisschen da vielleicht.

00:10:00: Aber wobei?

00:10:02: Ich hab schon immer gern erzählt Ich glaub doch, dass das eigentlich mit der Bahn vor allem kam.

00:10:10: Weil davor immer Erzählversuche eben nur stattgefunden haben und ich den Stoff nicht hatte so richtig ... Ich hab immer gern erzählt

00:10:20: usw.,

00:10:21: aber es kam schon alles ziemlich abrupt auf einmal Und dann war's klar superklar einfach Dass sich nichts anderes kann und dass ich nichts anderes mehr machen möchte

00:10:36: dass sie nichts anderes können.

00:10:38: Ich

00:10:38: kann Sachen entweder richtig gut oder gar nicht und das meiste kann ich eben gar nicht, also wirklich auch so zum Beispiel als Beispiel so Schul-Sport, so Gretetouren es ging einfach nicht.

00:10:48: Ich konnte Handball richtig gut und so Ballsportarten und der Rest ging einfach gar nicht.

00:10:55: Und so ist das im überall in allen... Also ich kann überhaupt nichts singen Musik kann ich gar nicht Ich kann das meiste einfach gar nicht und ich weiß, dass ich richtig gut erzählen und schreiben kann.

00:11:05: Und deswegen möchte ich mich auch nur darauf konzentrieren!

00:11:11: Wenn Sie jetzt diese drei Romane im Rückblick betrachten und sich selber analysieren müssten... Was würden sie sagen?

00:11:22: Von was für einer Gesellschaft erzählen Sie eigentlich?

00:11:26: Was ist das für eine

00:11:27: Gesellschaft?!

00:11:31: Das ist eine gute schwierige Frage.

00:11:33: Was ist das für eine Gesellschaft?

00:11:38: Was würden Sie denn sagen, was es für eine gesellschaft ist?

00:11:44: Es ist ja immer eine Protagonistin die ringt um ein besseres leben um eine identität Die aber von der gesellschaft Von den gesellschaftlichen verhältnissen Daran gehindert wird wie dass aber

00:12:04: Ja voll, also es sind immer in irgendeiner Weise auch einsame junge Frauen die dann ihren Weg gehen und ausbrechen.

00:12:13: Und sich auch so von Autoritäten und auch von den Eltern loslösen.

00:12:18: Auch von gesellschaftlichen Autoritäten ja, die einfach so checken.

00:12:23: Wir müssen selbstbestimmt den eigenen Weg gehen.

00:12:28: So eine Gesellschaft vielleicht ein bisschen... Also nicht wobei Zum Beispiel, wenn der Gesetze ist ja schon so Marianne und Knut zu einer Gesellschaft, wo der Protagonistin auch sehr geholfen wird.

00:12:38: Und die aufgefangen wird.

00:12:39: aber grundsätzlich sind es alles so Einzelgängerinnen-Geschichte ein bisschen

00:12:47: wie sie ja auch.

00:12:48: Das sind alle drei in gewisser Weise Außenseiterinnen.

00:12:51: also die gehören zu keiner Gruppe richtig dazu und akzeptieren auch so ein bisschen dass das okay ist, dass sie nicht dazugehören.

00:13:02: Das hat Genuin mit Ihnen zu tun, oder?

00:13:05: Ja.

00:13:08: Ich war immer Außenseiterin und hab darunter auch sehr gelitten.

00:13:12: Es wäre jetzt nicht so, als Kind gerne Außeseiterin gewesen wäre.

00:13:15: Also ich werd da schon ... Auch als Jugendliche gerne mehr in den Gruppen dabei ... gewesen, aber es hat halt einfach immer nicht gepasst.

00:13:23: Und jetzt macht das alles so Sinn, dass ich mich nie so richtig in der Gruppe zugehörig fühle und immer ein bisschen als Außenstehende gefühlt habe oder beobacht darin.

00:13:32: Jetzt bin ich voll feiner mit und genieße das auch.

00:13:35: Ich finde es geil, irgendwo so richtig dazuzugehören und dass mich auch niemand so ganz einordnen

00:13:41: kann.".

00:13:49: Anstrengend und auch einsam, oder ist das nicht ehrig mich?

00:13:56: Also anstrengt ja auf jeden Fall.

00:13:58: Es ist anstreggend.

00:13:59: aber dadurch dass es jetzt wirklich das ist was ich machen möchte also auch schreiben vor allem Ich würde sagen erster liebe will ich schreiben und in meiner wohnung allein hocken und erzählen.

00:14:09: Das bringt mir einfach am meisten freude.

00:14:11: Das ist am erfüllendsten für mich, aber auch abends dann auf LeserInnen zu treffen bei Lesungen und mit denen zu reden und zu lachen.

00:14:19: Es macht mir auch Spaß!

00:14:21: Also es macht alles sehr viel Spaß und ich glaube wenn das eben nicht sich so richtig anfühlen würde und soviel Spaß bringen würde, dann würde ich das nicht lange durchdehnen.

00:14:28: Aber dadurch dass es eine Anstrengung ist die sich auszahlt, ist es gerade voll okay für mich.

00:14:36: Und einsam... ja da also unterwegs Da holt ein die Einsamkeit schon öfter

00:14:43: ein.

00:14:44: Also es ist jetzt krass im Scheinwerferlicht, irgendwann gehen sie dann ins Hotel und dann ist Lampenlicht höchstens noch.

00:14:55: Ja, das war am Anfang vor allem schwierig.

00:14:57: So bei zweiundzwanzig Bahnen als ich so in Kleinstädten war und eben so ganz kleine Lesungen hatte und dann auf einmal in so komischen Hotelzimmern waren, du gar nicht wusste was ich machen soll?

00:15:07: Aber jetzt ist es eigentlich so dass ich das eher auch genieße danach wenn ich dann geschafft habe und so schöne Begegnung hatte Und danach auf Insta die Bilder angucken und mir irgendeinen Scheiß auf den Fernseher reinziehen.

00:15:22: Also es ist jetzt nicht so, dass ich dann denke wo ist die ganze Aufmerksamkeit sondern eher jetzt mache ich was ich will.

00:15:29: Jetzt habe ich ja richtig viel gearbeitet.

00:15:34: Es gibt einen

00:15:35: Aber ich habe einzelne Sachen noch.

00:15:37: Also meine größte Waffe gegen die Einsamkeit und vielleicht auch nochmal zu dieser TGW-Metapher zu kommen, da hätte ich mir mehr so eine Sportwagenmetapher gewünscht.

00:15:49: Und

00:15:50: dieses Auto das gibt mir total viel während der Lesereise also dass sich eben am nächsten Tag immer mit meinem Auto mit der Sitzheizung, einem schönen Hörbuch oder Musik zur nächsten Startfahre.

00:16:03: Das ist wie so ein kleines Zuhause was ich dabei habe, wo ein schöner Duftbaum... Jetzt hab' ich gerade... Der gefällt mir leider nicht so gut!

00:16:10: Jetzt hab', ich grad Cherry Coke als Duftbaum und das riecht schon einfach so, als ob mir mehrere Kolas im Auto ausgelaufen sind.

00:16:19: aber man kriegt den eigentlich immer recht schnell mit dem neuen Duftbauen wieder weg, den Geruch Und es ist einfach etwas Auch wenn es uncool ist und auch dem Zeitgeist widerspricht.

00:16:31: Aber dieses Auto, mit dem ich manchmal spreche... Zum Beispiel frage ich erst mal was ich morgen früh mache, wenn ich einsteig ist?

00:16:40: Ich sage Hallo Baby!

00:16:41: Also so muss ich immer sprechen.

00:16:43: Der

00:16:43: antwortet dann auch

00:16:44: oder?

00:16:44: Ja und dann frag ich so hallo baby wie ist der Reifendruck?

00:16:46: Ich habe eine Sache mit Reifendruck weil ich immer gegen Bord steine fahre Und dann sagt mein Baby Hallo Der Reifendruck ist in allen Reifen in Ordnung.

00:16:56: Möchtest du auch die Reifentrucktemperatur wissen?

00:16:59: Und dann sage ich, nein danke.

00:17:00: und dann sagt Baby okay vielleicht beim nächsten Mal und wenn ich mein Baby sag Ich hab dich lieb hast du mich auch liebt?

00:17:07: Nein Nein Dann sagst doch das antwortet dann ähm ich habe dich liebt bis zum Mund und wieder zurück weil Du bist der einzige Grund warum ich da bin und Es sagt immer unterschiedliche Sachen.

00:17:21: also es ist toll.

00:17:33: Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, haben Sie mir erzählt, dass sie so einen Wohnwagen kaufen.

00:17:39: Haben Sie den noch?

00:17:40: Ja ja der steht in Holland.

00:17:42: da konnte ich jetzt dieus ja leider keiner hinfahren doch einmal kurz im wochenende aber sonst gar keine zeit.

00:17:48: also immer so ein bisschen Schutzräume

00:17:51: wie sie

00:17:52: um sich versammelt haben.

00:17:55: Ich habe es gefühlt nicht so ein richtiges Zuhause.

00:17:58: Also Kiel ist jetzt gerade so eine Station und so.

00:18:01: Aber ...

00:18:03: Ist nur ne Station?

00:18:06: Wobei, also auf jeden Fall ne Station, wo ich länger wohne.

00:18:09: aber ich hatte eben immer dieses Gefühl dass ich nirgendwo zu Hause bin Und ich glaub das ist Schreiben es ja mein Zuhause.

00:18:17: Deswegen hab' ich dann eben kleine Räume.

00:18:20: Bei meinen Eltern zu Hause ist auch so ein Raum der Wohnwagen auf jeden fall aus.

00:18:24: Haben Sie

00:18:24: noch das Kinderzimmer?

00:18:25: Ja, ich habe da so nen Zimmer bei meinen Eltern noch

00:18:28: Das gut oder

00:18:29: Das ist auf jeden Fall gut.

00:18:30: Meine Brüder haben keinen Zelt, das freut mich.

00:18:33: Ja, das ist schön!

00:18:36: Ich hab drauf bestanden und dann habe ich es

00:18:39: bekommen.".

00:18:40: Es gibt ein Zitat in der Assistentin.

00:18:45: Charlotte ist die Protagonistin.

00:18:48: Mit der Musik und den Büchern hatte Charlotte als Jugendliche einen Schutzpanzer gefunden, den sie überall mit hinnehmen konnte und indem sie sich gut und stark fühlte

00:18:59: dass,

00:19:00: wenn man jetzt Musik durchschreiben will ersetzen würde.

00:19:04: Ja ich glaube ja so ein bisschen geht es doch darum im Leben also das man sich so Schutzräume sucht.

00:19:09: auch manchmal wenn jetzt mich irgendwie jemand nach Rat fragt meine Schwester oder so der ist nicht gut geht dann sag immer was was sind deine Schutzräumen?

00:19:18: wo ziehst du Kraft?

00:19:19: und ich glaub vor allem dass man die eben im besten Fall in schweren Zeiten findet und dass die extrem wichtig sind.

00:19:27: Dass man einfach weiß, was man machen muss damit es einem gut geht oder damit man so die Realität ein bisschen vergessen kann.

00:19:35: Und bei mir war das zu schreiben und bei Charlotte ist es die Musik.

00:19:40: Es sind jetzt dreißig Jahre alt.

00:19:42: Haben Sie manchmal das Gefühl sie hätten ein Leben gelebt für das andere ein ganzes Leben brauchen?

00:19:52: Also ich bin auch gespannt, was da noch alles kommt.

00:19:56: Ich bin jetzt froh, dass ich endlich auf dem richtigen Weg bin und hab das Gefühl... ...ich lebe jetzt das Leben, was ich leben möchte und freue mich auf die ganzen Dinge, die noch passieren werden.

00:20:05: Es war eher so, dass es davor einfach hat sich nicht angefühlt wie mir als Kind auch das Leben als Erwachsene vorgestellt habe wurde irgendwie immer dover.

00:20:17: Ich dachte so, Herr hier will ich eigentlich nicht sein.

00:20:21: Ich möchte ja auch nicht arbeiten.

00:20:22: Da bin ich immer umgezogen und dachte, Herr, hier will mich eigentlich auch nicht sein?

00:20:26: Hier will ich auch nicht... Ihr möcht

00:20:27: eigentlich auch noch nicht arbeiten!

00:20:28: Doch, arbeite ich gerne.

00:20:29: Also ich arbeite gerne, sich Sachen erarbeiten, Ziele haben usw.

00:20:35: Aber zum Beispiel diese Arbeitsdynamiken auch, dass sich Leute bei meinem Job dann zum Brunchen getroffen haben oder so gesehen und beobachtet, dass die da voll angekommen sind.

00:20:48: Dass sie sich da wohlfühlen.

00:20:49: Dass Sie sich auf so Dinge freuen wie After Work Drink und ich wollte damit einfach gar nichts zu tun haben.

00:20:56: Und gar nicht weil ich die doof fand sondern weil ... Ich dachte irgendwie so nee das will ich jetzt nicht machen bis ich bis ich vierzig fünfzig sechzig bin.

00:21:09: Ja.

00:21:13: Hör mal.

00:21:15: Ähm ...

00:21:15: Was?

00:21:20: Also, reden wir mal über den neuen Roman.

00:21:24: Bevor sie ... Was soll ich jetzt?

00:21:26: was dazu?

00:21:26: Nein!

00:21:29: Der ja ihrer Realität in Zürich sehr nahe kommt aber natürlich nicht dasselbe ist.

00:21:38: Der Roman spielt hier ein München.

00:21:39: Charlotte Scharf so heißt die Protagonistin Wird Assistentin des Verlegers.

00:21:47: Der Verleger heißt Manuel Meise.

00:21:50: Hugo

00:21:50: Meise?

00:21:51: Oh, Entschuldigung!

00:21:52: Aber das Manual heißt genau.

00:21:54: Aber den Meise schreiben Sie mit Ai, aber den hätten sie auch mit E-I schreiben können oder?

00:21:59: Ja hätte man auch machen können ja.

00:22:02: Der hat hier eine ziemliche Meise...

00:22:05: ...ja...

00:22:07: ...zu Roman.

00:22:08: Auch ein lustiger Zufall dass die beide so fast Tiername als Nachnamen haben.

00:22:13: Was haben Sie denn mit diesem

00:22:14: Namen?!

00:22:14: Weiß nicht, macht ja Spaß.

00:22:16: Also da kann man ja so ein bisschen Mama spielen auch und seinen Kindern sein Figuren lustige Namen auswählen.

00:22:24: Gut also wie ich in der Einleitung gesagt habe es geht um Identitätsfindung Machtmissbrauch.

00:22:32: aber warum haben Sie diesen Roman überhaupt geschrieben?

00:22:36: Das war irgendwie drängt sich diese Stoffe dann plötzlich auf und sie wissen das muss ich jetzt machen

00:22:44: Ja voll.

00:22:44: Also ich wusste schon relativ früh, dass ich Charlotte das Geschichte erzählen will eigentlich schon nach Zweiundzwanzig Bahnen.

00:22:52: Ich weiß da sich kurz nach der Auktion bei meiner Agentur, bei meine Ex-Agentur im Büro saß und mich mein Agent gefragt hat, meine Exagent gefragt hat ob ich schon Ideen für Folgeprojekte habe und schon weiß, wohin ich möchte.

00:23:08: Was ich als nächste schreiben will, dann hab' ich gesagt Ja!

00:23:10: Ich hab auch schon Arbeitstitel Die Assistentin.

00:23:13: Und da meinte er so Chill-Karo Vielleicht ein bisschen Heike für einen Stoff in zweiten Roman Find erstmal dein Platz In dieser Literaturwelt ist gar nicht so einfach.

00:23:23: und so weiter Dachte ich, okay.

00:23:25: Ich hatte ehevoll schlechte Gewisse, dass ich Tilder und Ida am Ende von Zweiundzwanzig Bahnen allein ... Dass ich Ida mit der Alkohol-Krankenmutter alleine habe und dass ich mir oft so ausgewaltt hab wie das so abläuft.

00:23:35: Und dann war es auch ok nochmal so zehn Jahre später zu schauen, wie's Ida geht und mit der noch mal loszuziehen.

00:23:40: Aber dann war klar jetzt muss, muss das raus weil ich eben weiß, dass es unter anderem in der Verlagsbranche so zugeht aber auch in anderen Branchen von Geschichten und von anderen.

00:23:50: Und es wäre mir falsch vorgekommen wenn ich als Schriftstellerin jetzt noch ein Zweiundzwanzig-Bahn oder wenn ich der Gesiptentext nachgelegt hätte, wenn ich das nicht erzählt hätte... Wenn ich eben weiss, dass ist so zu geht und jetzt auch ja ... Als Autorin auch eine gewisse Macht habe.

00:24:08: Als Autoren so eine gewissen Verantwortung macht?

00:24:10: Oder...?

00:24:11: Also ich möchte dann auch, wenn sich mir so eine Geschichte auftränkt und ich eben weiß das Charlotte Schicksal kein Einzelschicksal ist.

00:24:21: Da muss ich ja also... Ich musste davon erzählen!

00:24:25: Und Sie hatten nicht bedenken ... also ich meine die beiden ersten Romane waren ja weit weg oder ziemlich weit weg von Ihnen bevor sie da den Stoff verinnerlicht haben.

00:24:38: Aber das ist ja jetzt ein Buch oder einen Roman, der sehr nahe an Ihrem Leben ist.

00:24:44: Hatten Sie keine Bedenken?

00:24:46: Nö!

00:24:49: Ich wollte die Geschichte unbedingt erzählen und wenn ich erzähle bin ich auch voll weg.

00:24:52: also da mache ich mir auch nicht Gedanken darüber ob der Text ankommt oder wieder gewertet wird.

00:24:59: Da bin ich so voll bei Charlotte und überleg mir was für eine viere Biografie dieser Ohrmeise hat bin da einfach in diesem Kosmos und danach ist es eher so eine positive Aufregung, dass man gespannt ist was jetzt passiert wie das aufgenommen wird.

00:25:19: Und ja also eher so ne Aufregungen würde ich sagen.

00:25:23: Angst nicht!

00:25:24: Ich möchte keine Angst mehr haben.

00:25:28: Also ich habe noch nie erlebt, dass in der Buchwelt ein Roman, einen Roman schon im Vorfeld gesprochen wurde, weil er natürlich in der Buchwelt selber spielt.

00:25:42: Aber solche Gedanken drücken sie weg haben Sie gar nicht beim Schreiben aber danach vielleicht?

00:25:48: Ja doch auf jeden Fall auch währenddessen eben nicht beim schreiben aber schon so.

00:25:54: natürlich malt man sich aus und freut sich einfach drauf und ist auch gespannt drauf.

00:26:01: Ja, es war mir natürlich auch offensichtlich klar das sind viele Scheiße finden die jetzt die letzten meinen Texte mochten.

00:26:11: Und da malt man sich schon viele Szenarien aus aber bei dem Text der musste einfach raus.

00:26:16: deswegen war es mir auch alles so ein bisschen egal was passiert vielleicht eher so eine Freude dass es jetzt draußen ist und ich mich wieder neuen Projekten widmen kann.

00:26:29: Aber Sie haben Ihnen ja nicht in Zürich spielen lassen, sondern in München?

00:26:33: Ja!

00:26:33: In München spielt er ja.

00:26:35: Ich dachte das wäre ein guter Ort weil Charlotte will ja eigentlich am Meer leben und dann landet sie ausgerechnet in Münchnen mit so einer doofen Bergkette am Horizont.

00:26:46: Also jetzt haben wir schon lange genug darüber geredet.

00:26:51: bevor wir noch mal darüber reden Lesen Sie doch bitte jetzt mal ein Stück damit wir uns alle nur Vorstellungen machen können.

00:27:00: Dass das Ganze eine riesengroße Fehlentscheidung war, hatte Charlotte eigentlich von Anfang an gespürt.

00:27:06: Schon bevor die riesengrosse Fehlentscheidung getroffen wurde als sie die Stellenausschreibung sah spürte sie dass das eine riesengroße Fehle Entscheidung werden könnte.

00:27:15: Oft überlegt Charlotte was passiert wäre wenn sie nachdem sie die Ausschreibungen gesehen hat ihrer Mutter nicht davon erzählt hätte.

00:27:23: Dann hätte ihre Mutter, als Nischalottes Vater zählt und dann hätten Vater und Mutter bzw.

00:27:28: Vater sie nicht dazu überredet sich zu bewerben und nach dem mehr oder weniger erfolgreichen Bewerbungskasting auch die Stelle anzutreten.

00:27:37: Assistentin des Verlegers in einem renommierten Verlagshaus in München.

00:27:42: Da bist du ganz oben.

00:27:43: das ist der Beginn deiner Verlagskarriere Ihr Vater.

00:27:47: Da bist Du ganz oben.

00:27:48: Das ist der beginn Deiner Verlagskarrière Ihre Mutter, die sagt was der Vater sagt.

00:27:54: Charlotte verbringt viel Zeit mit solchen Selbstquälerrechen, was passiert wäre wenn Gedanken gängen?

00:28:01: Das ist ein bisschen so wie Ritzen denkt Charlotte und fragt sich ob der Schmerz beim Ritze vielleicht doch angenehmer wäre.

00:28:09: aber die ganzen Narben.

00:28:11: Manchmal sieht Charlotte Menschen mit vielen Narben am Arm und es macht sie ganz verrückt, und fasziniert sie auch ein wenig wie symmetrische und parallel die Linien am Arm in der Regel angeordnet sind.

00:28:22: Wie Armwender!

00:28:23: Sie schaut sich das Gesicht an, dass zu dem vernabten Arm gehört und fragt sich was die Gründe für den vernabten Arm sein könnten.

00:28:31: Bestimmt keine Assistentinnenstelle in einem renommierten Verlagshaus in München denkt sie?

00:28:37: Wobei... Schalotte schaut sich das Gesicht an, dass dem vernabten Arm gehört.

00:28:42: Fragt sich ob neue Namen dazu kommen oder ob die letzte Narbe schon dabei ist und hofft auf Letzteres?

00:28:52: Die Wurzel allen Übels war eigentlich ihr Vater.

00:28:55: komplex dachte schalotte.

00:28:57: Überhaupt konnte man Schalottes Meinung nach grundsätzlich viele Dinge, die in ihrem Leben nicht optimal liefen auf ihren Vaterkomplex zurückführen.

00:29:05: Und vielleicht konnte man noch grundsätzlicher viele Dinge ,die oft der Welt nicht optimal liegen auch viele unterschiedliche Vaterkomplexe zurückführen dachte Schalotte auch.

00:29:15: aber egal Auf jeden Fall kämpfte Schlotte seit jeher mit unterschiedlichen Waffen und Strategien um Bestätigung durch den Vater, die nur selten und wenn dann äußerst dünn dosiert kam.

00:29:28: So lernte Schlotte früh das Schlachtfeld auszuweiten und kämpft auch außerhalb des Elternhauses um die Aufmerksamkeit und Bestätigung von Klavierlehrern, Tennis-Trainern, Professoren vorgesetzt nun anderen Männern zu denen sie aus irgendwelchen meist unreflektierten Gründen

00:29:44: aufschaute.".

00:29:46: Der Bewerbungsprozess fühlte sich an wie eine schlechte Castingshow, in deren finale Schlotte noch nicht mal zur Siegerin gekürt wurde.

00:29:55: Wegen so einem Virus fand das Theater via Zoom und Telefon statt und nach mehreren Recalls und lange Wartezeiten bekam sie die Stelle der zweiten, der sogenannten administrativen Assistenten angeboten obwohl sie sich gar nicht für diese Stelle beworben hatte.

00:30:11: Die Hierarchisierung habe aber nichts zu bedeuten.

00:30:14: Versicherte man Schalotte wiederholt und sie wusste natürlich, dass Hierarchisierung immer etwas zu bedeutend hatten.

00:30:21: Sonst wird man ja auf Sie verzichten!

00:30:24: Gleich zu Beginn des ersten Gesprächs mit der Personalchefin und der aktuellen Assistentin, die aus guten Gründen bzw.

00:30:31: einem guten Grund mit dem Assistentinnen da sein Pausieren wolle wurde Charlotte eröffnet das nicht nach einer sondern noch zwei AssistentInnen gesucht werde die komplett eben bürdig un als Team für den Verleger arbeiten sollten.

00:30:45: und Charlotte die den versteckten Hinweis verstand versäumt es zu sagen dass die Stelle der administrativen Assistent in deren Ausschreibung sie auch gesehen hatte, für Sie und Ihre Qualifikation keinesfalls in Frage kam.

00:30:59: Letztendlich konnte Charlotte die beiden Frauen, die das Gespräch mit ihr führten von ihrer Eignung überzeugen und sie kam eine Runde weiter.

00:31:07: Sie durfte den Verleger kennenlernen im Zoom-Termin der dem beunruhigenden Titel Administrative Assistenz trug.

00:31:16: Zweimal rief die Personalchefin.

00:31:19: Sie hieß Alexandra Liebig vor diesem Zoom-Termin an, bot Charlotte das Duo an und ermutigte sie mit ihrer melodischen tiefen Stimme und einem sie noch sympathischer machenden leichten sächsischen Dialekt fast schon als wären Alexandra und Charlotte Freundinnen dazu einfach sie selbst zu sein.

00:31:38: Sie dürfe sich nicht verunsichern lassen von dem Verleger, der ein bisschen eigen sei und auch nicht vergessen dass es erst einmal nur um einen kennenlernen gehe.

00:31:46: Charlotte freute sich das die liebe Alexandra sie so schnell ins Herz geschlossen hatte und an sie glaubte wobei vor allem die Andeutungen zu dem offenbar recht eigenwilligen Verlegar ihre Neugier- und euphorische Aufregung befeuerten.

00:32:05: Vor dem Gespräch wollte sie im Internet alles über Verlagshaus und Verleger herausfinden.

00:32:11: Wie vielen anderen fielen hier zu dem Münchner Verlag als erstes dessen knallige mit lustigen Sprüchen betruckte Jutebeutel ein, die aufgrund der hohen Nachfrage schwer zu bekommen waren.

00:32:22: Aber natürlich hat er schon heute bereits vor der Recherche von den Verlegers gehört!

00:32:27: Man kannte Ogomeise und Schalotte konnte gar nicht genau sagen, woher man ihn kannte.

00:32:32: Was seine ursprüngliche Profession war und wie er bekannt geworden war.

00:32:37: Sie hatte ihnen als Autor Münchner-Lebemann und sogenannte disruptive Unternehmerpersönlichkeit abgespeichert.

00:32:45: Im Fernsehen und in Klatschzeitschriften tauchte er immer mal wieder auf.

00:32:49: Schalotta meinte sich zu Erinnern dass sie einmal mit dieser Reheu gegen RTL Moderatorin zusammen gewesen waren.

00:32:56: Richtig bekannt geworden war wohl durch seinen Debüt-Roman, Rocky.

00:33:01: Um die Jahrtausendwende.

00:33:02: ein riesen Ding laut Beschreibungstext bei Emerson ein Kultbuch.

00:33:06: aber sie wusste nicht ob er davor auch schon von sich reden gemacht hatte.

00:33:10: Jedenfalls wurde das Buch mit dem deutschen Schäferhund auf dem Umschlag einen Sensationsbesszeller der mal wieder das Gefühl einer Generation zum Ausdruck brachte wie kein anderer.

00:33:21: Es ging um einen jungen Mann, der aus seiner bayerischen Vorstadt Heimat loszieht nach Italien.

00:33:26: In der Fremde sich selbst verliert und ein Schäferhund findet mit dem er durch Italien flaniert.

00:33:32: Quasi Götes italienische Reise in modernen und mithunten.

00:33:38: Charlotte hatte den Roman im Deutschunterricht gerne gelesen.

00:33:41: es war der einzige einigermaßen zeitgenössige Text gewesen.

00:33:45: Nach diesem Überraschungserfolg hat er ihres Wissens kein Roman mehr veröffentlicht und Charlotte wusste nicht genau, was er seitdem so getrieben hatte außer irgendwie zum deutschen semi-intellektuellen Promi-Assemble dazuzugehören.

00:33:59: Ab und zu sah sie ihn in Instagram Stories von Paul Rippke, Benjamin von Stuckrad Barre Olli Schulz oder so vorbeihuschen.

00:34:07: Und sie erinnerte sich auch daran, dass sie vor Jahren mal in eine Hotel-Marzipolgerein gehört hatte.

00:34:12: In der zu Gast war aber schon bei der Vorstellung in der alle seine Professionen wie Socialentrepreneur, Schriftsteller und so weiter aufgezählt wurden abbrechen musste weil sie sicher nicht für Männer interessierte die eigentlich alt genug hätten sein müssen um zu wissen was genau Sie eigentlich machten und machen wollten.

00:34:32: Beim Googeln erfuhr sie immerhin, dass er nach seiner italienischen Reise ein Jahr lang Chefredakteur bei einem Literaturmagazin gewesen war das dann aber bald eingestellt wurde und ein weiteres Buch herausgebracht hatte.

00:34:46: So ein Gesprächsband zwischen ihm und einem deutschen Top-Tennis.

00:34:50: Spieler überleben Sex, Drogen essen

00:34:53: etc.,

00:34:54: das aber floppte.

00:34:56: Dann googelt sie noch weiter, eigentlich findet sie gar nicht so lustige Sachen heraus.

00:35:00: Noch eine Sache die vielleicht ganz lustig ist und zwar findet sie heraus dass Ugo Meise gar kein Selfmade-Mann ist sondern aus einer industriellen Familie stammt nämlich aus einer süßwaren Dynastie und er hat ne andere Mutter wie seine Schwestern weil der Vater Die Ex Frau einen Butterkicks Erbin verlassen hat für ein jüngeres französisches Model.

00:35:22: Und es erklärt auch Ugo Meises gutes Aussehen.

00:35:26: Charlotte stellt fest, dass er wirklich gut aussah in seiner Jugend.

00:35:29: so eine Mischung aus Brad Pitt und Johnny Depp sagt sie... ...und jetzt sieht er immer noch gut aus aber eben nur noch gut für sein Alter!

00:35:40: Und jetzt saßt sie hier um im besten Fall die Assistentin dieses Mannes zu werden.

00:35:45: Vielleicht hatte doch alles so seine Richtigkeit wie es gekommen war.

00:35:49: Kurz vor dem Gespräch beendete Charlotte die Recherche, zog sich ihre Klücksbluse an, kletterte ihre Haare, trug ein wenig Wimperntusche auf und saß dann nervös vor ihrem Rechner und wartete.

00:36:00: Über eine halbe Stunde musste sie auf den Verleger warten und bekam alle zehn Minuten eine E-Mail von einer weiteren Assistentin – Herr Meise befindet sich noch in einem vorhergehenden Termin!

00:36:11: Diese weitere Assistentin unterstützte den Verleger wohl in einem anderen Lebensbereich, dachte Charlotte.

00:36:17: Insofern der Verlegeer nicht nur verleger war sondern auch Schriftsteller, Vater, Unternehmer und so weiter.

00:36:25: Während Charlotte nervös ihr eigenes Gesicht auf dem Bildschirm anlächelte, den Winkel der Webcam sowie die Position ihres Stuhls veränderte und sich ein weiteres Mal schnell die Haare bürstete fragte sie sich ob sie eine Berufung des Verlegers vergessen hatte?

00:36:40: ob er auch männliche Assistenten hatte, wie viele Assistentinnen es denn insgesamt waren und hatte das Gefühl dass er wohl sehr wichtig war und sehr viel zu tun hatte.

00:36:51: Der Verleger sah älter und weniger charismatisch aus als auf den professionellen Porträtfotos die von ihm im Netz kursierten.

00:36:59: aber die meisten Menschen von dem im Netz professionelle Porträhfotose kursieren sehen wohl in Wirklichkeit eher älters und weniger Charismatik aus.

00:37:08: Das blonde, kindlange Haar, der sie nach hinten gekämmt trug war dünner und spröder als auf den Fotos.

00:37:15: Die sonngegärbte Haut hatte in der Vergangenheit vielleicht doch zu viel Sonne und zu wenig Sonnencreme gesehen und die tiefblauen Augen waren auch verblasst.

00:37:24: aber vielleicht lag das auch an der Videoqualität.

00:37:27: Eine breite Narbe, die Charlotte nun das erste Mal wahrnahm zog sich wie eine Raub über seine Wange und sie fragte sich ob sie auf den Fotos überschminkt oder retuschiert worden war weil er sich vielleicht dafür schämte.

00:37:41: Der Raum hinter ihm war sehr schön modern stilvoll eingerichtet weitläufig hell graue Betonwände große quadratische Fenster.

00:37:51: Das konnte auch in New York sein fand Charlotte, die nur nie in New york gewesen war.

00:37:57: Leider kann Charlotte sich nur an einzelne Gesprächsfetzen dieses ersten Zoom kennenlernen zu erinnern, aber sie weiß noch das die Unterhaltung sprunghaft war und dass es wenig um die Stelle, um Aufgaben- und Inhalte mehr um Privates und Amüsantes dies und das ging.

00:38:12: Und Sie weiß noch, daß sie ihn lustig fand.

00:38:16: Humor hatte er – Das konnte man nicht leugnen!

00:38:19: Wobei….

00:38:20: Humor bedeutet ja sich selbst nicht so ernst zu nehmen.

00:38:24: Sie fand ihn jedenfalls

00:38:25: lustig.".

00:38:26: Ein Fragment des ersten Gesprächs zwischen Charlotte und dem Verleger könnte ihn etwa so ausgesehen haben.

00:38:32: Charlotte nennt den verleger und sich im folgenden Mu, weil im Verlag eine ausgesprochene Kürzelkultur herrschte vor allem mu gerne mit kürzeln Abkürzung und anderen Wortspielen arbeitete und diese Geschichte ja schließlich auch ein bisschen Musgeschichte

00:38:51: ist.

00:38:54: Mu, das ist die Blumenbluse, die Sie auch auf dem Bewerbungsfoto anhaben.

00:38:59: Sch!

00:39:00: Ja, das is meine Glücksbluse.

00:39:03: Mu lacht.

00:39:05: Mu, mögen sie blumen?

00:39:08: Sch!

00:39:09: Nein, eigentlich nicht.

00:39:11: Sie... mu ja.

00:39:15: Es

00:39:17: ist so dumm und dann wundere ich mich dass ich nicht im deutschen Buchpreis bekomme.

00:39:31: Was sind denn Ihre Lieblingsblumen?

00:39:33: Mu Lisiantus.

00:39:36: Charlotte kennt sich nicht aus mit Blumen und hat keine Ahnung, was die Lisiantos sind.

00:39:42: Schönen!

00:39:43: Mu, was steht auf der Karte, die dahinter Ihnen an der Wand klebt?

00:39:48: Charlotte steht auf, holt die Karte die sie vor ein extra Methesaphilm an die Wand hinter sich geklebt hat weil sie sie lustig findet.

00:39:55: In schwarzem Buchstaben steht darauf, es ist wie es ist.

00:40:00: Es isst wie es isst.

00:40:03: Mu lacht mu sie sind lustig.

00:40:07: Darf ich noch ein bisschen?

00:40:09: Mini bis in die Kathi Homels Passage?

00:40:11: Ja diese ist echt meine Lieblingspassage.

00:40:14: fast also Charlotte bekommt die Stelle der Assistentin angeboten, aber eben nicht die Stelle der ersten Assistentinnen sondern die der zweiten, der administrativen AssistentIn und sie will eigentlich sofort absagen weil sie das ja nicht machen möchte.

00:40:28: Aber dann macht sie den Fehler dass Sie mit Ihren Eltern an so einem Samstagabend noch mal Essen geht in so nem Landgasthof der zum Lamm zur Rose oder zum Ochsen heißt wie er so alle Landgastheufe heißen und die Eltern überreden sie beziehungsweise der Vater die stelle anzunehmen die erste Assistentin ausstechen und dann wäre sie ganz oben, es wär quasi der Beginn ihrer Verlagskarriere.

00:40:56: Und so macht Schollerte das, sie nimmt die Stelle an, zieht nach München und die Eltern müssen helfen bei diesem Umzug weil sie ja quasi schuld sind an diesem Umzug.

00:41:07: Die Eltern mussten helfen, weil sie schuld waren.

00:41:11: Bisher hatten sie es bei Keim von Charlotte des Sechs Umzügen getan.

00:41:15: Der Vater musste schließlich viel arbeiten und die Mutter musste schliesslich auch ein bisschen arbeiten, um für den Vater da sein wenn er abends nach Hause kamen.

00:41:24: Es war ein heißer Schwühlersamstag der letzte Juli-Tag und während die Charlottes Sachen schwitzend in die Wohnung hoch trugen zogen dicke Gewitterwolken auf.

00:41:33: Sobald die Eltern fort waren, zog Charlotte sich Laufsachen an und flüchtete aus der Wohnung, die sie nicht ertrug.

00:41:39: Als sie eine gute Stunde an der Ise entlang Richtung Zentrum gerannt war, donnerte es.

00:41:44: Die Wolken brachen und Schalotte die Angst vorgewitterte, rannte weg vom Wasser und landete im Bogenhausen.

00:41:52: Sie rannte an imposanten Willen vorbei und fragte sich ob hier der Verleger wohnte neben Kathi Hummels oder so?

00:42:00: Aber dann erinnerte sie sich, dass Cardi letztens ins hippe Schwabing umgezogen war.

00:42:05: Auf Instagram hatte Charlotte verfolgt wie Cardi die goldene Wendeltreppe in der neuen Villa aufwendig umgestalten ließ.

00:42:13: oder ließ sie sie umgekehrt vergolden?

00:42:16: Charlotte hatte ein Soft-Bot für Cardi Hummels, die seit der Trennung von Matzhummels komplett verloren schien und konnte sich nicht genauerinnern, wie genau das mit der Treppe gewesen war.

00:42:26: Ich bin der Sache nochmal nachgegangen.

00:42:28: Sie hat sie vergolden lassen.

00:42:58: Egal wo sie hinfährt oder hinfliegt, sei es nach Thailand oder in die Alpen.

00:43:03: In jedem Restaurant oder bei jedem BBQ-Abend mit der Familie bekommt sie Berge von Pilzen und Salat serviert und hat selbstverständlich immer in so Plastiktuben ihre eigenen Soßen dabei!

00:43:15: Sie reist stets mit den gleichen Leuten herum.

00:43:18: Mit ihrer Make-up Frau Anna Banena, ihrem Vater Fredy Fischer und manchmal mit ihrem Sohn Ludwig auch Ludi genannt inklusive zweierständig wechselnder Nenis.

00:43:29: Und wenn sie nicht gerade Berge von Pilzen und Salat ist, filmt sie irgendjemand für ihre Instastories.

00:43:35: Ihr den Carti Strahlen berichtet was ihr an dem Tag vorhat oder dass sie sich wenn sie mal schlechte Laune hat schön angkleidet und einfach eine rosafarbene Sonnenbrille aufzieht und das bewirkt Wunder!

00:43:47: Während sie das sagt, zieht sie eine rosafarbene Sonnenbrille auf und strahlt in die Kamera.

00:43:53: Aber in den traurigen Sorgen gefurchten Augen von Vater Fredi, der irgendwo zusammengesunken im Hintergrund sitzt oder steht sieht Charlotte dass die rosa farbene Sonnebrille vielleicht doch nicht so krasse Wunder bewirkt.

00:44:06: In der exklusiven RTL-II Doku, Carty Hommels alles auf Anfang will Cartie zeigen wie sie wirklich ist.

00:44:13: Sie spricht von der Trennung von Ehemann Mats, dem Spagat zwischen Arbeitswelt und Mutterrolle und von ihren Depressionen.

00:44:21: Wir begleiten Kathi mit der gewohnten Crew nach Los Angeles, wo sie eine kleine Cameo-Rolle bei X Faktor und ein peinliches Blind Date hat.

00:44:29: Nach München, wo Sie Ihren Wiesenbummel organisiert, nach Köln zum deutschen Fernsehpreis – wo Sie den Preis in der Kategorie «Beste Unterhaltung Reality» für die Sendung «Kampf der Reality Stars» annimmt und eine zu emotionale Dankesrede hält als ob Sie als beste Moderatorin im Preis bekommen hätte und nicht die Sendungen!

00:44:48: Und wir schauen zu, wie sie sich zu zeigen bemüht wer sie wirklich ist.

00:44:52: Während sie sich überaus umständlich ein riesengroßen Home Trainer in das Ferienhaus in Los Angeles liefern lässt und im beiden mexikanischen Differanten an krass viel Trinkgeld gibt wozu sie in die Kamera strahlt.

00:45:05: Und immer wieder Vater Freddy im Hintergrund mit seinen Sorgen geforschten Augen.

00:45:11: Irgendwie hat Kati, die sich die Welt so macht wie sie ihr gefällt den Anschluss an die Außenwelt komplett verloren.

00:45:17: Und das fasziniert Charlotte ungemein, macht sie gleichzeitig aber auch traurig.

00:45:22: Die Kati hat Lust aufs Leben und neue Herausforderungen wie Schauspiel", sagt die Kati.

00:45:38: Manchmal, wenn Charlotte länger nicht Kati Stories geschaut hat, hofft sie beim Wiedereinschauen dass der Kati endlich mal besser geht.

00:45:46: Und meistens ist alles wie immer.

00:45:51: Danke!

00:45:56: Bevor wir darüber reden, wie Sie das machen... Für wen schreiben Sie eigentlich?

00:46:02: Ach für niemanden.

00:46:03: Für sich selbst?

00:46:04: Für mich selbst ja.

00:46:05: Also ich denke auch beim Schreiben jetzt nicht an Lesende oder so.

00:46:09: also ich möchte da erzählen Ich möchte mit einer Figur losziehen Und ich möchte mit der einen Weg finden.

00:46:17: Sie haben mir mal gesagt, das kann ich eigentlich bis heute nicht glauben.

00:46:21: Sie

00:46:22: schreiben einfach los?

00:46:23: Ja!

00:46:24: Ist das so?

00:46:25: Ja also... Ich habe so eine Ausgangssituation und muss schon wissen wie die Figur tickt was sie so antreibt für was die brennt und dann ziehe ich mit her los.

00:46:34: Grad ist auch total lustig.

00:46:36: Ich glaube auch deswegen hatte ich halt so ne gute Zeit in Zürich.

00:46:39: Ich bin gerade unterwegs mit ner neuen Heldin Die Handlung spielt nicht an einem festen Ort, die ist mit dem Auto unterwegs.

00:46:48: Und die ist jetzt in St.

00:46:49: Moritz gelandet und es ist halt super lustig!

00:46:53: Das macht so Spaß... ...und das ist ja auch ein bisschen wie die Bahnhofstraße.

00:46:58: Es hat heute alles gepasst mit dieser Bergkette da.

00:47:05: Wenn Sie jeden Abend einen Termin haben, schreiben sie auch noch schon am Fetten?

00:47:11: Ja, also morgens in meinem Hotelbett.

00:47:14: Ich habe so einen Instant-Coffee dabei und Wasserkocher.

00:47:19: Dann koche ich mir ein Kaffee und dann arbeite ich ein bisschen.

00:47:23: Es gibt mir auch total viel während einer Lesereise.

00:47:26: Das ist eine gute Waffe gegen die Einsamkeit, dass man so eine Figur hat mit der man parallel unterwegs ist und wo man immer überlegt was passiert als nächstes?

00:47:37: Was macht sie gerade?

00:47:38: Das kann man auch extrem gut beim Auto fahren oder?

00:47:40: Ja ja voll!

00:47:41: Wir wollten mal sprechen, wie Sie das machen.

00:47:46: Was ich faszinierend finde sind diese ständigen Wiederholungen.

00:47:51: Wie sie sich dann in die Figuren rein bohren?

00:47:54: Ist das einfach so in Ihrem Kopf oder ist es ein Vorsatz?

00:47:59: Nee, ich bin dann dort... auch so ein bisschen parallel.

00:48:06: Also ich bin voll bei der Figur, dann denk auch wie die fühl mich da rein und hab dann auch diese Wiederholung glaube ich, die mir selbst auch Struktur geben um diese Figuren zu checken mag dieses Stil mittel sehr gerne und das gibt man dann auch immer wieder halt Umzufragen worum geht's?

00:48:24: Okay zum Beispiel der figur

00:48:25: Aber das ist so'n ton der in ihrem kopf ist.

00:48:28: ja Das ist glaube ich auch das erste was da ist und nicht unbedingt Doch eine Stimme für die Figur, so ein Ton, ne Stimme.

00:48:36: Ein bisschen so Farben... So ein Gefühl halt!

00:48:42: Was Sie auch in diesem Roman im Gegensatz zu den anderen gemacht haben was neu ist dass sie ihr erzählen immer wieder Thematisieren.

00:48:54: Das könnte nun einfach so weitergehen.

00:48:57: Neue Woche, neues Glück!

00:48:58: Weitererzählen mit leichter dramaturgischer Steigerung während sich die Leser allmählich fragen was die vielen Wiederholungen sollen und ob dem Ganzen nicht bald die Luft ausgeht.

00:49:08: Ey das

00:49:08: wäre eigentlich voll die lustige Passage zum Vorlesen.

00:49:11: Die ist mega kurz, es sind ja nur drei Seiten.

00:49:14: Nee ich fände sie für zürich einfach auch schön.

00:49:18: Ich glaub Zürich würde dir gefallen

00:49:21: Ist ja ihr Abend.

00:49:24: Die ist ganz schnell.

00:49:26: Das sind zwei Minuten pro Seite, also vier Minuten ... Ganz schnell.

00:49:31: Ganz schnell!

00:49:33: Es veranschaulicht einfach diese Altwissen da, das macht immer auch gut.

00:49:36: Ist okay oder?

00:49:37: Ja

00:49:37: ja alles so.

00:49:39: Das könnte nun einfach so weitergehen.

00:49:41: Neue Woche neues Glück.

00:49:43: Weiterzählen mit leichter dramaturgischer Steigerung während sich die Leser allmählich fragen was die vielen Wiederholungen sollen und ob dem Ganzen nicht bald die Luft ausgeht.

00:49:52: Oder sie fragen sich, worauf die Geschichte hinauslaufen wird.

00:49:55: Zu welchen Gemeinheiten der Verleger fähig ist?

00:49:58: Ob es Charlotte vielleicht gelingt das Verhältnis zu ihm in stabile Bahn zu lenken oder ob er voll durchdreht.

00:50:05: Fast er sie an!

00:50:07: Aber warum eigentlich weiter erzählen?

00:50:09: Wozu die Schilderung von zusätzlichen Groteskensituationen?

00:50:13: Wieso nicht einfach hier in die Schlusskurve einbiegen?

00:50:16: Charlotte geht nach der ersten Kündigung zurück nach Köln.

00:50:19: Sie hat ja gemerkt dass das ein Scheißladen ist.

00:50:22: Basta, Novellenlänge erreicht.

00:50:25: Aber Novellen verkaufen sich nicht gut und sind ja auch irgendwie scheiße wenn dann ein Roman also Charlotte bleibt.

00:50:34: die Erzählung wird weitergehen und sie wird so ähnlich weiter gehen wie bisher.

00:50:37: Sophie kann jetzt schon verraten werden Und natürlich wird dem Ganzen eine Dramaturgie unterliegen.

00:50:43: Schalotte und Verleger werden sich einander annähern, schalotte wird in ihrer Rolle wachsen der verlegert wird verrückter wird grenzend überschreiten.

00:50:51: es wird weiterhin lustige Situation geben aber auch zunehmend unangenehme.

00:50:56: vielleicht solltet dabei einen Schritt mehr die Gegenwart und näher zu schalote gemacht werden um zu zeigen was das alles mit ihr anstellt.

00:51:03: weniger distanz auch wenn es wehtut.

00:51:07: Es soll jedenfalls einfach eine gut erzählte Geschichte werden, die die Leser mit nach Hause nehmen.

00:51:11: Vielleicht mit zum Abendbrot-Tisch?

00:51:13: Während ein Leser sich das Brot beschmiert könnte er sein Verlobten der dem Bestseller auch in kürzester Zeit verschlungen hat und sich gerade eine Gabel Kinoa Salat in den Mund schiebt.

00:51:24: so was fragen?

00:51:24: wie denkst du dass es realistisch ob es in der Verlagsbranche wohl wirklich so steinzeitlich zugeht?

00:51:31: Die Frischverlobten, nennen wir sie Tom und Johannes würden über den Verleger und die Assistentin diskutieren.

00:51:37: Vielleicht würde Tom sogar dem Verlege aus dem Buch verteidigen der ja nur ein kleiner Bub mit riesengroßen Vaterkomplex ist?

00:51:45: Und diese Schalotte ist auch kein Unschuldslamm!

00:51:48: So wird es ein bisschen hin- und hergehen bis Johannes fast ein wenig wütend die Stimme erheben würde.

00:51:54: Im Prinzip geht das hier nicht um diese beiden Figuren.

00:51:57: Es geht um's Ganze Um die Verhältnisse Und da hat Johannes recht.

00:52:02: Bei der guterzählten Geschichte bisher und auf den kommenden Seiten soll es nicht nur um die Verleger und die Assistentin gehen, so viel geben sie beiden auch nicht her.

00:52:10: Es soll auch um das Haus, um den Verlag, um die vielen Menschen gehen, die dort arbeiten, die zuschauen wie der Verleager vollkommen überfordert ist mit seiner Position, den Laden kaputt machte und die ganze Zeit junge Frauen rekrutiert und feuert und rekruttiert!

00:52:26: Ist es für diese Menschen vielleicht auch ein bisschen amüsant?

00:52:29: Wieso ein Dürrenmattstück?

00:52:32: Die Assistentinnen?

00:52:34: Fände Schalottes vielleicht auch ein bisschen amüsant, wenn sie etwa in der Presseabteilung arbeiten und ab und zu mit den wechselnden Assistentinen nebenan sprechen würde.

00:52:46: Die Assistentinnen würden ihr, wenn sie Schalotte sympathisch fänden.

00:52:49: Im Vertrauen wird sie geabsurde oder auch heftiges Doris erzählen.

00:52:52: Schalottte würde mit ihnen lachen und ihn mitleidig schon aufmunternd auf den Rücken klopfen, wenn Sie sich in ein Feierabend verabschiedete und sie noch blieben.

00:53:02: Würde sie eingreifen?

00:53:03: Schalotto weiß es nicht!

00:53:05: Aber sie weiß oder ist fest davon überzeugt dass sie einggreifen würde, wenn die Eltern einer höheren Position wäre Wenn sie vielleicht selbst Mutter wäre oder wenn die Assistentinnen vom Alter her ihre Töchter sein könnten.

00:53:19: Aber jetzt erst mal der Reihe nach, eine Medischpannung aufbauen und ein bisschen mehr von Schlottes, Innen- und Privatleben erzählen, ein paar Mitarbeiter vorstellen das Haus errichten...

00:53:35: Der Verleger war dir in der Wirklichkeit eigentlich so schlimm als wenn er nun total zu schlimm ist?

00:53:42: Hugo Meise!

00:53:43: Ja, nee, der jetzt, der in der Realität Wenn der nur so halb so schlimm ist wie Hugo Meise.

00:53:49: Oh, ich habe jetzt keinen Bock über den zu sprechen!

00:53:51: Okay

00:53:51: gut also was mir auch extrem gut gefallen hat ist dass sie Schalotte nicht ausnehmen aus diesem System.

00:54:03: das kommt ja bei dieser Stelle jetzt auch ein bisschen zum tragen.

00:54:07: Sie wird ja teil dieses system.

00:54:09: sie macht da mit sie es nicht einfach sozusagen die sich dann wehrt und

00:54:16: da

00:54:17: Rabatz macht, sondern sie fühlt sich geschmeichelt anfangs.

00:54:23: Ein Günstling zu sein!

00:54:24: Ja, sie verfängt sich da immer mehr und handelt auch immer mehr entgegen ihres eigenen moralischen Kompasses.

00:54:31: Ich glaube das sind so Sachen wo sie sich schämt wenn sie eben zum Beispiel auf seine Flötereien eingeht und manchmal so mitspielt.

00:54:39: Und dann fast das Gefühl hat, dass sie dieses schreckliche System eigentlich auch unterstützt und am Laufen hält.

00:54:48: Ich glaube es war auch etwas was ich erzählen wollte und ich glaube deswegen ist diese Erzählstimme die eben auch bewertet in Frage stellt hinter fragt und deswegen habe ich sie benutzt oder deswegen hat die sich mir aufgedrängt weil ich mehr Distanz gebraucht hab genau gecheckt habe, warum Charlotte nicht nach der ersten Kündigung nach Hause geht.

00:55:09: Weben will die da eigentlich was beweisen?

00:55:11: und was sind das eigentlich für wir?

00:55:14: Der Grenzüberschreitung des Verlegers weil es ja gar nicht so einfach zu fassen war.

00:55:19: Es waren nicht so eine klare Handlung wie in den letzten beiden Büchern wo er so eine Heldin loszieht

00:55:24: kann ja nur funktionieren weil andere mitmachen oder

00:55:27: ich

00:55:27: meine wenn dann jemand arbeitet dann kann er sich austoben

00:55:31: Und das ist mir beim Schreiben noch mal mehr deutlich geworden, dass der Verleger eigentlich gar nicht böse ist.

00:55:39: Der ist wirklich nur so ein kleiner Boot mit riesengroßem Vaterkomplex und vor allem die Mitarbeiterinnen, die dem Verlegers nahestehen oder wie Alexandra Liebig zum Beispiel, die eben die ganze Zeit diese neuen Arbeitsverträge der Assistentin unterschreibt viel schlimmer sind als man denkt Anfangs.

00:56:02: Ich

00:56:02: muss sich eine Stelle vorlesen, Charlotte kennt sich selbst zu gut um sich als Feministin zu bezeichnen.

00:56:14: natürlich ist sie für gleiche Chancen und so weiter aber Sie setzt sich nicht gerade aktiv dafür ein und vor allem freut sie sich wenn sie Vorteile wegen ihres Aussehens oder ihres Auftretens als junge Frau genießt.

00:56:28: Ist das ein Verständnis von Feminismus dem sie sich anschließen können?

00:56:35: Nö.

00:56:37: Vielleicht zum Teil, aber ich glaube das macht auch Charlotte so als Figur aus dass sie eben auch so richtig unsympathische Seiten hat.

00:56:47: und den wollte ich mich dann aber auch komplett ehrlich stellen weil ich finde immer wenn man dahin geht wo es unangenehm wird, wo es eklig wird, was weh tut Das sind meistens doch die... besten Passagen.

00:57:03: oder wenn man auch, also ich mag beim Lesen einfach diese gebrochenen Heldinnen die einfach gut und scheiße sind.

00:57:11: Und da sind eben Menschen widersprüchlich und Menschen haben auch böse Gedanken und böse Antriebe und denen möchte ich mich beim Schreiben vollstellen und auch ausloten so dass es auch okay ist das dass man vielleicht als als Leserin, die Figur richtig hassen kann und schlagen will.

00:57:36: Nicht schlagen, schlagen ist nicht gut!

00:57:38: Aber man hasst sie richtig, aber man kann sie auch mögen.

00:57:40: gleichzeitig also... Man will sie dann auch mal trösten.

00:57:44: und so was beim Schreiben im Maul.

00:57:47: Reden wir noch gerade die Stellen, die Sie vorgelesen haben, die sind ja auch richtig witzig.

00:57:53: Und eine Stelle haben Sie glaube ich nicht vorgelessen, die ich wahnsinnig witzigt fand.

00:57:57: das Sofa, also sein Sofa Das Verlegers, das Sofa sah aus wie so zwei gestapelte Weißwürste.

00:58:06: Vielleicht war er hungrig als er das Zimmer eingerichtet hatte, dachte Charlotte?

00:58:12: Ja da sahen ja alle Möbel ein bisschen aus wie Essen der Stuhl.

00:58:15: Sieht glaube ich aus wie ein halb offenes Ei und sowas machte natürlich auch mir Freude.

00:58:22: Aber

00:58:22: die Frage ist wo haben sie ihren Witz gelernt?

00:58:25: also wann wussten sie... Ich bin eigentlich ganz lustig.

00:58:28: Ach, das lernt man ja nicht.

00:58:29: Ich glaub in der Familie so ... ich war halt immer schon immer gern mit meinen Geschwistern rumgeblödet und Simpsons geguckt und gelacht und hab die Familie gerne zu machen.

00:58:40: Das heißt aber noch nicht, dass wir das aufschreiben können oder?

00:58:43: Nee.

00:58:45: Nee, das ging dann aber auch... Also keine Ahnung!

00:58:48: Meine Familie ist glaube ich ein sehr bösen Humor.

00:58:51: also bei uns wenn man sich so ... das Abendessen zum Beispiel vorstellt.

00:58:56: Einer wird immer geärgert, also einer hat eine richtig schlechte Zeit

00:59:00: und

00:59:01: rennt meistens dann auch weg oder bricht es ab und die anderen lachen halt über diese Person.

00:59:08: Und das hat halt immer Spaß gemacht mit meinen... Ich bin immer recht schnell in mein Zimmer abgehauen, wenn ich das Opfer war.

00:59:17: Aber ja und ich hab dann auch Familienfesten zum Beispiel mir überlegt, dass ich gerne was sage Und habe mir dann ein Stück mit meinen Geschwistern überlegt und wollte schon immer gerne die Leute zum Lachen bringen.

00:59:29: Da ging es so los.

00:59:31: In der Schule war ich auch so ein bisschen eine, die gern mal ein bisschen klassenklauenmäßig... Ich war nicht...

00:59:39: Kommen doch dazu zu gehören!

00:59:41: Nö, da einfach um ... damit Leute eine Bestätigung damit ich lustig bin.

00:59:48: Und nein, weil ... und ich glaub einfach, weil ich so was hab, wenn ich so ein Gedanke hab, den nicht ... Wenn ich einen lustigen Gedanken habe, dann muss der rauslaut oder rund.

00:59:56: Das kenn ich!

00:59:58: Also das ist so ... Da denk' ich so ... Der ist grad so lustig, das muss ich jetzt mithalten.

01:00:04: Und

01:00:04: immer wieder?

01:00:06: Nee, einmal reicht

01:00:07: das

01:00:07: schon.

01:00:08: Einmal reicht das aber ja... Ja, ich glaube ja lustig.

01:00:13: Man bekommt es ja dann auch oft zurückgespielt dass das läuft und das ist glaub ich schon etwas was ich... Das wusste ich bevor ich wusste dass ich schreiben kann, wusste sich dass ich lustig bin.

01:00:26: Passiert Ihnen das noch, dass Sie in Lesungen ... Das ist Ihnen bei Zweiundzwanzig Bahnen, wenn Stärke siebzehnte.

01:00:31: Sie haben das ja immer wieder passiert bei Lesungen, dass sie nicht mehr aufhören konnten zu lachen?

01:00:36: Weil jemand im Publikum so gelacht hat.

01:00:39: oder eine Verbindung?

01:00:41: Ja und das ist das Schönste!

01:00:42: Ich liebe das also, dass man auch so keine Ahnung manchmal ... So Sonntagabend kommen dann hunderte Menschen und dann lacht man sich kaputt über diese doofen, dummen Textfassagen.

01:00:55: Und diese Momente wenn ich auch die Fassung verliere und man so gemeinsam lacht das sind schon die schönsten Belesungen.

01:01:01: ja Ja und ich glaube dieser Humor das war auch sonst hätte ich gar keinen Bock gehabt diesen Roman zu schreiben als er letztendlich eine Kack.

01:01:10: Also jetzt keine Thematik, wo es Spaß macht mich mit zu beschäftigen und Charlotte schafft ja auch erst ganz am Schluss da auszubrechen.

01:01:18: Und das war immer so vor allem am Anfang diese ersten Begegnungen zwischen Verleger und und Charlotte war natürlich auch einfach lustig oder dieses Büro einzurechten.

01:01:26: also da läuft dann wirklich so ab dass ich mir so google dann so designer highlights und dann dachte sie so ey die sehen ja echt dieses Sofa sieht ja wirklich aus wie Weißwürste.

01:01:37: Und dann sieht man so diese ganzen Möbel und sucht danach Möbeln, die irgendwie nach irgendwas wie Essen aussehen damit man so ein komisches Büro einrichten kann.

01:01:47: Sowas macht natürlich beim Albenen auch Spaß.

01:01:51: Bevor wir noch zu einer ganz kurzen Passage kommen und zu Ihren Fragen vor allem vielleicht noch müssen wir noch kurz drüber reden das ist hier ein Buch dass ihnen etwas beschert hat, was sie vorher nicht kannten.

01:02:06: Nämlich Widerstand.

01:02:08: Kritik!

01:02:09: Sie wurden ja einfach gefeiert für die ersten ... Das auf Book Talk und Tiktok wurde auch kritisiert für das Buch.

01:02:19: Was haben Sie daraus gelernt?

01:02:22: Am Anfang habe ich mich ein bisschen überrollt gefühlt weil da erschien Assistentin gerade hatte gar nicht damit gerechnet, dass jetzt auf einmal wieder so zwei in zwanzig Bahnen und so kritisiert wird.

01:02:32: Und es war dann auch einfach zu viel mit dem ganzen Stress und so.

01:02:36: Aber dann ist das so gekippt und jetzt finde ich's einfach nur noch geil weil jetzt bin ich noch bekannter?

01:02:42: Und ich weiß ja, dass diese Sachen die kritisieren wollen sind einfach ... Ja, das war

01:02:47: ja ... Weil

01:02:49: er jetzt ja nicht gut begründet oder so.

01:02:51: von daher hat habe ich auch gefreut, dass da einfach so coole Menschen waren die mich verteidigt haben und gesagt haben hey seid ihr alle Balabala.

01:03:01: Und jetzt bin ich fein damit.

01:03:06: Bin quasi wie ein... Wie heißt das?

01:03:08: Wie ein Phönix aus der Asche aufgestiegen.

01:03:10: Na ja, das ist ein bisschen übertrieben!

01:03:13: Ja aber es ist so ein schönes Bild

01:03:15: oder?!

01:03:16: Nein, aber ich hab mich am Anfang von der Lesereise ... Das war richtig kacke als das losging.

01:03:23: Weil's so doll war und es ist ja dann auch immer so ... So doll auf Social Media?

01:03:30: Dann

01:03:31: haben Sie eine kurze Pause gemacht oder?

01:03:32: Ja, auf Social media!

01:03:35: Weil ich dachte, ich habe keinen Bock mehr, mich dazu mitzubeschäftigen.

01:03:40: Ja, da tut immer gut so mit der Familie einfach zu sprechen.

01:03:42: Ich habe schon meinen Bruder, er ist Mathematiker und will telefonieren alle drei Monate miteinander.

01:03:46: Und ich dachte dann bei einer Fahrt zu enger Lesung... ...ich erzähl die mal gerade was bei mir so abgeht und dass ich ja ganz schön viel abbekomme und mein Bruder wollte mir gar nicht!

01:03:58: Halt geben oder mich trösten.

01:04:01: Ich habe sie ihm so erklärt und während ich es erklärte, habe auch gecheckt wie verrückt und doof das alles ist.

01:04:07: Mein Bruder meinte so, und das wundert dich!

01:04:10: Er hat sich nun gefragt... wie lange es noch gut geht.

01:04:13: Es hat Ihnen voll gewundert, dass ich irgendwie Everyone's Darling war, weil das gar nicht zu mir gepasst hat.

01:04:18: Der meinte, es war eine Frage der Zeit bis es umschwenkt, weil ich schon immer so polarisierend war und das war ein Gespräch ... Ich glaube da hat die Stimmung bei mir richtig umgeschlagen, weil er dachte, wenn es eh darauf hinausgelaufen wäre, dass es irgendwann kippt dann ist doch gut, dass jetzt gekippt ist.

01:04:38: Ich finde es ja auch gut zu polarisieren.

01:04:39: Ich mag eigentlich bekannte Menschen, also viele bekannten Menschen die polariseren weil sie meistens mutig sind und keine Angst haben anzuecken.

01:04:48: Und ich find's besser zu polarisiere als irgendwie egal zu sein und sich irgendwie dem Mainstream zu beugen.

01:04:58: Und ein Satz den Sie mir vorhin gesagt haben Die kriegen mich nicht

01:05:03: Nee, die kriegen mich nich.

01:05:06: Wie kriegen sie nich?

01:05:07: Genau.

01:05:08: Jetzt vielleicht, weil es ist wirklich wichtig, dass die Leute ihre Fragen stellen können... Vielleicht noch kurz diese Passage?

01:05:17: Ja,

01:05:17: die ist wirklich kurz.

01:05:19: Die ist wirklich kurz.

01:05:21: davor noch.

01:05:22: Bei Zweiundzwanzig Bahnen habe ich immer Kukett, wie ich bin gesagt, dass ich keine Liebesgeschichte erzählen wollte... ...dass ich eben die Geschichte von den Schwestern erzählten wollte.

01:05:30: und dann stand aber Victor am ersten Tag auf dem Blog und ich konnte mich quasi nicht wehren gegen die Liebes-Geschichte Und das sind natürlich eine Lüge.

01:05:37: Ich wollte in erster Linie ein Liebesgeschicht erzählen?

01:05:39: Nicht in erester Linie!

01:05:40: Aber in zweiter Linie.

01:05:41: Ich lese und schaue am liebsten Liebes geschichten.

01:05:43: Ich weiß auch nicht was ich da kompensiere.

01:05:48: Hier wollte ich wirklich paar Tugheile liebes Geschichte erzählen.

01:05:51: Also wirklich, ich wollte diese Geschichte von Macht bis Brauch und Emazipation erzählen bla bla bla.

01:05:56: Und ähm... Ich war fast schon bei der Hälfte aber dann wurde im Verlag immer Döber und zu Hause... Wo es auch immer dürrweise, der Stress macht sich eben körperlich bemerkbar.

01:06:09: Schalotte fallen die Haare aus ihr geht einfach gar nicht gut Augen zucken und so weiter und sie hat eben nur diesen alten Mann mit dem die Zeit verbringt.

01:06:17: und dann dachte ich so eigentlich fehlt hier doch noch eine Liebesgeschichte?

01:06:23: Und dann habe ich's eben doch nicht geschafft ist ohne liebes geschicht zu erzählen.

01:06:28: Eigentlich fehlte noch eine liebes Geschichte.

01:06:30: Das ist doch falsch, dass es in Charlottes Leben in dieser Zeit nur diesen relativ alten Mann gab der sie mit seinem Sportwagen in einer Seitenstraße in der Nähe des Verlags absetzt.

01:06:41: Trist!

01:06:42: Was spricht dagegen ein wenig Leichtigkeit in ihre Geschichte hinein zu zaubern?

01:06:46: Unrealistisch?

01:06:47: Passt nicht?

01:06:49: Charlotto ist gar nicht offen für eine Liebesbeziehung?

01:06:52: Vielleicht... Aber Liebe passiert halt das weiß ja jeder und vor allem passiert sich wenn man gar nicht damit rechnet.

01:06:58: Vielleicht gab es während Charlotte das Intermett zu den München auch gar keine Liebesgeschichte.

01:07:03: Vielleicht gab's nur end- und fruchtlose Tinder-Konversationen, aber vielleicht gab es daneben auch eine kleine zart sich anbahnde Liebesgeschichte die dann leider doch im Sand verlief und an Charlotte und dem großen Verlagshaus scheiterte?

01:07:18: Aber wer weiß da schon... Es ist klar, dass die Liebesgeschichte wenn sie denn hineingezaubert werden soll nicht zu zentral schön oder stark sein darf weil sie sonst die eigentliche Handlung die ja schon da ist zu sehr verdrängen und auch beeinflussen würde.

01:07:34: Sie ist eben nur ein kleiner Nebenhandlungsstrang der vielleicht für kurze Zeit ein wenig Leichtigkeit hineinzaubert und Charlotte freut sich bestimmt!

01:07:43: Jedenfalls lächelte der junge blonde Mann sie im Freitagmorgen an.

01:07:49: Dann fällt die versprochene, zartkeimende Liebesgeschichte der rauf folgende Woche aber komplett hinten runter.

01:07:55: Aber dann... Nun ist die versbrochene Zartkeinde-Liebesgeschicht für diese Woche komplett hinten heruntergefallen!

01:08:03: Wo ist nun der schöne Bär?

01:08:05: Wo ist die Leichtigkeit?

01:08:07: Lächelt der junge Mann sie vielleicht am kommenden Montag nicht nur an sondern sagt sogar

01:08:11: Hi?!

01:08:13: Oder kommt ihr ihr bereits am Freitagabend entgegen, obwohl sich die Wege der beide ja eigentlich nur morgens kreuzen?

01:08:20: Musste Charlotte an diesem Freitageabend als ich schon bei der S-Bahn war noch einmal zurück weil sie ihren Arbeitslaptop doch mit nach Hause nehmen wollte um die Priefe fertig zu setzen und kommt ihr gar nicht entgegengen sondern holt sie ein läuft auf einmal neben mir und lächelt sie an.

01:08:35: Gibt es schicksalhafte Begegnungen

01:08:37: doch?!

01:08:38: Das wäre doch schön, so eine Überraschung die Charlotte nach der anstrengenden Woche auch redlich verdient hat.

01:08:44: Oder ist es vielleicht sogar Charlotte, die den blonden Lockenkopf des Bären bei ihrem zweiten Weg zur Estbahn von hinten erkennt?

01:08:50: Die Gelegenheit in der Feierabend euphorie beim Schopfe packt ihn einholt zu ihm hoch schaut ihn an lächelt und hei sagt Er erschrick kurz lächel dann aber zurück und erwidert das hei Feierabend, Bier fragt er ohne bayerischen Dialekt und eigentlich auch ohne Fragezeichen.

01:09:08: Schalotte nickt!

01:09:10: Schweigend laufen sie nebeneinander die Straße runter.

01:09:13: Er zeigt mit hochgezogenen Augenbrauen zum englischen Garten.

01:09:16: Sie nickt.

01:09:18: Schweigent kauft ihr zwei Bier am Kirsg Und als sie auf der Bank sitzen bricht endlich das Schweigen streckt ihr zuerst das Bier entgegen und dann die warme starke Hand.

01:09:28: Boah sagt er!

01:09:30: Schalottesagt?

01:09:33: Bo, der Bär denkt Charlotte und schmunzelt.

01:09:35: Er wirkt wirklich ein bisschen wie ein Bär.

01:09:38: Ruhig haben ernst!

01:09:40: Bo ist vor zehn Jahren von Nordfriesland hier hergezogen.

01:09:44: wegen Landschaft und Job hat sich selbstständig gemacht als Tischler und baut Möbel.

01:09:48: Am Wochenende fährt er meistens in die Berge wo er sich ein Haus gekauft hat das er gerade renoviert.

01:10:02: Du kommst aus Amrum, boh ich komme von Amrum.

01:10:07: Charlotte das ist eine Insel, booh richtig!

01:10:13: Charlotte wieso ziehst du denn dann hierhin?

01:10:17: Boah wieso nicht?

01:10:19: vor allem wegen der Landschaft.

01:10:20: abgesehen vom Meer gibt es auf Amrum nicht viel Charlotte, die schon immer mehr leben wollte und auf Immo Scout einen Suchfilter zur aktuellen Mietwohnung in größeren Städten an der Ostseelküste sowie in Sankt Peter Ording und ein paar ausgewählte Nordsee-Inseln erstellt hat.

01:10:37: In denen sie immer mal wieder reinschaut.

01:10:38: nur zum Spaß ist buff!

01:10:41: Charlotte.

01:10:42: aber wieso wegen Landschaft wenn du die Nordsee vor der Tür hast?

01:10:46: Boah ich mag Berge lieber als Meer.

01:10:50: Charlotte überlegt ob diese Aussage eine Red Flagg isst.

01:10:54: Schalotte, diese Aussage ist für mich eigentlich eine Red Flag.

01:10:59: Wo lächelt?

01:11:01: Es ist das dritte Mal, dass er lächelte nach dem ersten Lächeln an den Freitagmorgen und im zweiten Lächeln vorhin nach Schalottes Überholmanöver.

01:11:10: Seine grünen Augen leuchten tiefgrün wie der Wald in den Fenstern von dem Haus des Verlegers.

01:11:15: Sie mustert sein junghaftes Gebräuntes und von blonden Locken eingeranntes Gesicht, die Blonden von der Sonne gebleichten Augen brauen über den grühen Augen, die ein bisschen verbrannte und sichelende Stupsnase den schönen Mund während er ihr Gesicht mustert.

01:11:30: Hätte sie das Gesicht ihres Traumpinzen beschreiben sollen?

01:11:33: Dann hätte sie es wahrscheinlich genauso beschrieben!

01:11:37: Ich mag dein Gesicht, sagt

01:11:38: er.".

01:11:40: Schalotte denkt, dass ist das Romantische was jener zu ihr gesagt hat.

01:11:43: Schalotta?

01:11:45: Das hat noch nie jemand zu mir gesagt!

01:11:49: Ich glaube, das ist das romantischste was jeder zu mir sagt.

01:11:53: Boah ich finde es jetzt nicht so romantig, eher naheliegend.

01:11:59: Dein Gesicht ist schön.

01:12:02: Wenn du das nicht romantich findest, was findest du denn dann?

01:12:07: Wo antwortet nicht?

01:12:08: Knippelt damit die Kette seiner Bierflasche und sagt dann, wenn ich sowas sage wie... Ich denke manchmal im Morgen als du mich einfach so frech angelächelt hast mit deinen großen braunen Rehaugern.

01:12:19: Wie kann er das einfach so sagen?

01:12:21: Sie weiß gar nicht was sie antworten soll.

01:12:23: Sollte zugeben dass ihr auch an ihnen gedacht, dass sich vor dem Einschlafen sogar schon ausgemalt hat, wie er sie anspricht Und fragt ob sie schon mal segeln war wie sie dann zusammen segeln gehen.

01:12:33: Es gibt ja so viele Sehnen im Münchner Umland, die sich ganz ungeschickt anstellt auf dem Boot und wie es dann zu regnen anfängt.

01:12:41: aber das würde vermutlich ein bisschen Psycho wirken.

01:12:44: also sagt sie Mensch Po du bist ja eine kleine Romantiker.

01:12:50: Bo schaut sie einfach an.

01:12:52: Ganz ernst Aber mit so einem Zug um seinen schönen Mund dass Schlotte sein Blick ausweichen muss.

01:12:58: Aus Wasser schaut sie und murmelt.

01:13:00: Bo, der romantische Bär.

01:13:03: Und mit dieser Aussage schafft sie es das erste Mal Bo zum Lachen zu bringen.

01:13:08: Fast erschreckt dreht sich zu ihm um und sein leises heiseres Lachen ist wirklich das Schönste was sie seit langem gehört und gesehen hat.

01:13:16: Überhaupt wird es das schönste sein was sie in München erlebt hat ihn am Ende zum lachen gebracht zu haben.

01:13:23: Bereit an diesem ersten Abend im Englischen Garten verliebte Charlotte sich im Bo.

01:13:28: Sie sprachen lange, wobei so viel gesprochen wurde an den Abend gar nicht.

01:13:32: Schlotter zählte ihm von ihrer Musik und als die Sonne unterging überlegte sie ihren Kopf an seine starke Schulter zu lehnen traute sich aber nicht und als er dann seinen Arm um sie legte lehnte sie ihren kopf an seine starken Schultern und fragte sich ob nun vielleicht alles gut werden würde.

01:13:50: Später wird Schlotte vor der Frage stehen ob sie sich boh den romantischen pragmatischen Bär nur eingebildet hat.

01:13:57: Das fragt sie sich natürlich nicht wirklich, aber wirkt so ausgedacht wie eine Romanfigur.

01:14:04: Wie er da auf einmal in ihrer Geschichte auftaucht mit seinem schönen Gesicht aus einer anderen Welt zu stammen scheint die nichts mit ihrer Zutun hat und auf einmal wieder weg ist obwohl Charlotte ihn so gerne als Hauptfigur in ihrem Roman gehabt hätte.

01:14:17: Aber sie ließ ja nicht genug Platz für eine weitere Hauptfigure Und er wollte auch nicht.

01:14:23: Ein bisschen bleibt der zum Glück noch.

01:14:29: Wir sind gleich zurück.

01:14:32: Journalismus live erleben, jetzt mit dem NZZ Live Podcast.

01:14:37: Damit hört ihr jeden Monat bis zu zwei Stunden der spannendsten Mitschnitte unserer Live-Veranstaltungen!

01:14:44: Ihr begleitet interessante Gespräche mit bekannten Persönlichkeiten, moderiert von unseren Redaktorinnen und Redaktoren – und das überall wo es Podcasts gibt oder ihr seid direkt vor Ort dabei.

01:14:57: Unser aktuelles Programm und alle Ticket-Infos findet ihr unter nzz.ch.

01:15:03: slash live.

01:15:06: So,

01:15:06: jetzt

01:15:07: brauchen wir Licht im Saal für Ihre Fragen.

01:15:11: Bitte heben Sie einfach die Hand oder wenn sie eine Frage an Frau Waal haben.

01:15:17: Hallo!

01:15:19: Mein Name ist Valentina.

01:15:21: Ich habe die beiden ersten Bücher verschlungen absolut Und dann das dritte auch gerne gelesen

01:15:28: Und

01:15:29: es hat im Stil vom Scheibstuhl schon einen großen Bruch zwischen dem zweiten und dritten Buch.

01:15:35: Wie geht's weiter?

01:15:36: Ja, ähm ... Also ich freu mich im Tritt noch so erzählerisch ein bisschen ausprobieren.

01:15:42: Jetzt kommt eben so eine ... Ich würd sagen Road-Novell.

01:15:48: Ich weiß gar nicht, ob ich verraten darf eigentlich gar nicht

01:15:53: mehr.

01:15:53: Das kommt ja erst in ... Siebenundzwanzig.

01:15:55: Nee,

01:15:55: sechsundzwantzig!

01:15:56: Ah doch

01:15:57: jetzt?!

01:15:57: Ja, im Herbst.

01:15:59: Im September.

01:16:00: Krass!

01:16:01: Mal gucken wie lange ich den Ein-Jahresrhythmus beibehalte.

01:16:06: Die Protagonistin ist mit dem Auto unterwegs.

01:16:08: von einer Zählstimme würde ich glaube gar nicht so viel verraten aber wird ein Bänger.

01:16:20: Also ich glaub dass das kommende Buch des Lustigste ist.

01:16:23: Ah

01:16:24: ja?

01:16:26: Mir bringt es viel Freude und ich lache sehr viel.

01:16:35: Hallo, mein Name ist Melina und ich habe mich beim Lesen von die Assistentin gefragt was die Reaktion von Katy Hums auf die Stelle war.

01:16:47: Das fragen sehr viele.

01:16:48: also sie hat nicht reagiert.

01:16:51: Ich frage mich auch, wie sie reagieren würde wenn Sie es lesen würden.

01:16:55: So wie ich sie einschätze, würde sich vielleicht sogar ein bisschen geschmeichelt fühlen oder freuen?

01:17:01: Es ist

01:17:02: ja nicht nur eine Beschreibung was die macht das ist gar nicht wertend oder so gemeint.

01:17:09: Naja mit dieser Passage nicht über sie lustig machen.

01:17:15: Das ist ja auch so eine Passage.

01:17:18: die Einsamkeit von Charlotte zeigt also die da allein in ihrer Wohnung sitzt und sich dann eine Stunde dieses Leben dieser Frau anschaut, mit der sie eigentlich gar nichts zu tun hat.

01:17:31: Und sich das dann alles reinzieht und da ja fast so ein bisschen vernaht drin ist.

01:17:37: Das ist auch so eine moderne Form der Einsamkeit.

01:17:41: Ich heiße Harriet.

01:17:42: Meine Frage ist gerade in einer Zeit wo viel auch mit einem KI zum Beispiel generiert wird Das ist eine Kritik, die Sie sich auch anhören müssen.

01:17:56: Also dass Ihre Texte zum Teil gar nicht selber geschrieben sind sondern gestanden sind?

01:18:02: Die Kritik kam noch gar nicht so richtig glaube

01:18:05: ich

01:18:06: und ich mache da ja auch komplett zu wenn mich irgendwie jemand fragt Als Autorin, wie geht's dir damit?

01:18:13: Hast du da Angst?

01:18:14: Ich möchte darüber nicht sprechen.

01:18:15: Ich benutze die KI auch nicht ... Ich hab letztens ge-googelt, wie kann man ausschalten, dass beim Googling jetzt so eine dobe KI

01:18:21: kommt?

01:18:22: Ja, schrecklich!

01:18:22: Letztens hat dann jemand zu mir gesagt, aber beim Auto magst du es nicht so, hey das ist mein Baby was mit mir sprengt.

01:18:29: Nee, wo noch nicht kommen... Aber ja, können wir mal bestimmt versuchen, so ein Karoval Roman von der KI schreiben lassen zu lassen?

01:18:37: Würde

01:18:37: ich nicht machen.

01:18:39: Ne, ich machs auf jeden Fall nicht.

01:18:42: Hallo, mein Name ist Ute.

01:18:44: Mich würde interessieren

01:18:46: wie

01:18:47: haben Sie das Buch geschrieben?

01:18:48: als Erste?

01:18:49: Sie waren in Zürich und hatten eine schwere Zeit.

01:18:54: Haben sie das dann parallel zum Arbeiten geschrieben oder die schwere zeit überwunden und dann begonnen?

01:19:01: Ne während der Zeit also ich war da eben in Züri hat mich total einsam gefühlt gar nicht angekommen und dann abends und am Wochenende Es war so ein Samstag, als ich damit angefangen habe.

01:19:12: Da war Tilda auf einmal da und dann hab' ich sofort angefangen zu schreiben, weil ich Angst hatte dass dieser Impuls sonst wieder weg ist Und dann hat mir das eben in dieser schweren Zeit auch voll viel gegeben Dass sich immer wusste bei der Arbeit abends im Kerch wieder dieses traurige Haus an der Fröhlichstraße ein und verbringt Zeit mit den Schwestern.

01:19:32: Die haben mir auf dem ersten Blick ein richtiges Kack-Schicksal.

01:19:36: Den ging es sehr viel schlechter als mir, die haben keine funktionierende Familie und zwar voll gut und schön und hat auch mir viel gegeben mit diesen beiden Schwestern eben, die trotz allem die schönen Dinge im Leben schätzen.

01:19:50: wieder selbst zurückzufinden zu den schönen Dingen also am Abends und am Wochenende.

01:19:55: ich hatte halt überhaupt kein Privatleben und hab deswegen wahrscheinlich auch nichts von Zürich gesehen.

01:20:00: Ich war halt nur in dieser Wohnung und bei der Arbeit

01:20:04: Und haben sich dann auch besser gefühlt?

01:20:06: Auf jeden Fall.

01:20:07: Also ohne das Schreiben hätte ich, glaube ich ... Nee, da hätte ich das nicht so lange ausgehalten.

01:20:13: Ich würde sagen, ich habe ja nicht lange ausgeheilt.

01:20:16: Nein!

01:20:16: Aber da hätte es schlechter ertragen.

01:20:18: auf jeden Fall.

01:20:19: Ja hallo, ich bin Hannah.

01:20:21: Meine Frage wäre bei die Assistenten geht's um Machtmissbrauch in der Verlagsbranche.

01:20:27: Heb

01:20:27: mal deine Hand damit ich dich sehe.

01:20:29: Ah, da

01:20:31: Und gab es irgendwie Reaktionen von anderen Menschen, die ähnliches erlebt haben?

01:20:35: Oder was waren so Reaktionen aus der Verlagsbranche auf dieses Buch.

01:20:39: Ja das ist richtig krass!

01:20:40: Also total viele mehr als gedacht auch nicht nur von Jüngeren sondern auch von vielen, die schon länger arbeiten.

01:20:49: und ja... zum Beispiel jetzt gerade bei der Buchtmeise hatte ich einfach richtig viele Gespräche mit Menschen.

01:20:59: Ja, in Verlagen arbeiten, wo es jetzt gar nicht gedacht hätte vielleicht.

01:21:04: Und ich glaube jeder der eine Verlagsbranche arbeitet kennt eine so eine wilde Verlegerpersönlichkeit oder Chefpersönigkeit.

01:21:15: und auch in anderen Branchen stand ja am Anfang zur Debatte ob wir den Ort ändern also ob wir eben nicht in einer Verlachsbranche spielen lassen sondern so.

01:21:25: Das kam für mich einfach nicht in Frage, weil ich eben weiß dass es in der Verlagsbranche so zugeht und eigentlich ist die Verlachsbranche ja der Letzt geworden.

01:21:33: Aber

01:21:33: wie erklären Sie sich das?

01:21:34: Dass das in der verlags

01:21:37: Branche so ist?

01:21:37: Naja so ein Verlegerdasein bietet ja schon näher Boden für eine wierde Persönlichkeit.

01:21:44: man isst so Gastgeber Man muss die Autoren ran holen hat ja Nicht so richtige richtige Aufgaben.

01:21:53: Oder also wissen sie was ich meine Man steht ja für den Verlag so ein bisschen.

01:21:59: Man muss die Autoren bei Laune haben, dann abends mal mit denen Champagner trinken und so weiter.

01:22:13: Es sind halt auch so ... Ja!

01:22:15: Auch dass man ein bisschen nachenfrei hat ist halt ein Verleger.

01:22:21: Der braucht jetzt noch einen ... Trinkt abends gern mal einen Schluck Champagner oder so, der trifft sich heute Abend noch Denen, mit denen könnte er sich ein Buchprojekt vorstellen.

01:22:34: Und der braucht die Kohle nicht, oder?

01:22:36: Die Kohle braucht er ja nicht, weil hat er geerbt!

01:22:38: Ja... Das ist schon wesentlich.

01:22:41: Es ist ein bisschen Spielchen das er da macht.

01:22:44: Jetzt sprechen wir wieder über Urmeise.

01:22:46: Ja,

01:22:47: ja.

01:22:49: Nicht nur.

01:22:52: Sorry.

01:22:53: Also nochmal eine Frage.

01:22:57: Hallo Ich heiße Blanka, ich komme aus München.

01:23:00: Ich fand das sehr lustig wie du es beschrieben hast!

01:23:02: Aber was meine Frage war... Du hast diesen Roman geschrieben nachdem du ja schon zwei sehr erfolgreiche Bücher veröffentlicht hattest und auch in dieser Verlagsbranche dann wirklich ein Star warst.

01:23:16: und ich habe mich gefragt ob du diese Erzählerstimme auch gebraucht hast um dich so wieder zurück zu versetzen in diese Verlagsbranche sozusagen bevor du sie so gut ja dann für dich irgendwie auch erlebt hast oder wie du das, ob du das Gefühl hattest sozusagen diese Distanz zu brauchen.

01:23:37: Oder wie du es dann geschafft hast weil man ja

01:23:40: die

01:23:41: Perspektive aus dem was du da schon erlebte ist wahrscheinlich ja auch nicht ganz ausblenden kann.

01:23:48: Also genau kann ich das natürlich nicht beantworten, weil es eben auch immer so ein bisschen unterbewusst passiert.

01:23:54: Aber diese Erzählstimme die kam... Ich habe den Roman angefangen zu schreiben und habe ihn am Anfang wirklich in der ich-Perspektive genauso wie die letzten beiden geschrieben.

01:24:05: Und dann schnell gemerkt, dass es gar nicht funktioniert bei dem Text und bin dann in die personale Perspektive gewechselt.

01:24:11: Dann hat sich eben Satzweise am Anfang diese Erzählstimme aufgetränkt, die manchmal eben vorausblick bewertet und dann auch das erste Mal wie vorhin eine längere Passage da ist.

01:24:26: hat sie sich aufgetränkt, weil ich eben auch geprägt bin von meinen eigenen Lesen vorlieben und ich mag voll gerne Texte die mit der Distanz spielen.

01:24:35: Und die eben auch diesen Erzählvorgang verschriftlichen und mit dem Spielen und die so ein bisschen irritieren dadurch.

01:24:41: deswegen wollte ich das gern auch mal ein bisschen selbst ausprobieren bei dem Text Weil ich ja jetzt eben das Standing hatte und dachte Ich kann mir jetzt auch mal den Luxus nehmen, mich ein bisschen auszuprobieren.

01:24:53: Und andererseits, ja habe ich die Distanz definitiv gebraucht auch zur Verlagswelt.

01:24:57: Weil man eben so drin war als Autorin aber auch davor als Mitarbeiterinnen und dieser Schritt zurück dann oft einfach notwendig war um das von außen zu betrachten.

01:25:13: Macht es Sinn?

01:25:13: Du beantwortest deine Frage?

01:25:16: Ja?

01:25:17: Okay!

01:25:18: Gut wir müssten leider zu einem Ende kommen.

01:25:22: kommen Sie doch an eine unserer nächsten Veranstaltungen.

01:25:26: Ich möchte mich bei Ihnen bedanken für Ihr Kommen, das war sehr schön und vor allem bei Ihnen für Ihre Offenheit und Ihre unbedingte Ehrlichkeit.

01:25:37: Das war schön!

01:25:37: Danke auch!

01:25:42: Das war NZZ LIVE.

01:25:45: Vielen Dank fürs Zuhören.

01:25:47: Besucht unsere NZZ Live-Veranstaltung gerne auch vor Ort.

01:25:51: Wir laden euch herzlich ein zum Denken, Fragen und Mitdiskutieren.

01:25:56: Alle Infos zu den Tickets und zum aktuellen Programm findet ihr hier in den Shownotes unter nzz.ch slash live.

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